Ausbildung & Studium

Steuerberater genießen in Deutschland ein hohes gesellschaftliches Ansehen. Kein Wunder – kennen sie sich doch im deutschen Paragraphendschungel der Finanzämter bestens aus. Die Steuerberater Ausbildung und das damit verbundene „Studium“ ist bekanntlich lang und beschwerlich, die Verdienstaussichten und Aufstiegschancen jedoch ausgezeichnet.

Steuerberater gelten als hart arbeitend, präzise und vertrauenswürdig, helfen sie doch vielen Unternehmen und Bürgern, Steuersparmöglichkeiten zu entdecken und so Schlupflöcher in der oft als ungerecht empfundenen Steuergesetzgebung zu finden. Außerdem übernehmen sie wichtige Beratungsaufgaben für Unternehmen, organisieren das Rechnungswesen, erledigen Controlling und Liquiditätsplanung und unterstützen die Finanzierung. Die Arbeit als Steuerberater ist also sehr vielseitig und interessant. Mit einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden kommt jedoch kaum einer von ihnen zum Erfolg. Mit Stress und Zeitdruck muss ein Steuerberater gut umgehen können, ebenso mit schwierigen Mandanten und strengen Finanzprüfern.

Die Wege zum Steuerberater

Keine Universität oder Hochschule bietet Studiengänge an, die ein Absolvent als Steuerberater abschließen kann. Kaum ein anderer Beruf in Deutschland ist so streng reglementiert wie der des Steuerberaters. Als Steuerberater wird man von der zuständigen Steuerberaterkammer berufen, wenn die Prüfung als Steuerberater erfolgreich abgelegt wurde und man persönlich für diesen verantwortungsvollen Beruf geeignet erscheint. Zu dieser Prüfung wird nur zugelassen, wer mehrjährige Berufserfahrung im Bereich Steuern vorweisen kann. Neben Betriebs- und Volkswirtschaft sind auch Rechnungswesen, Berufsrecht und steuerliches Verfahrensrecht Prüfungsthemen. Dazu kommen noch die speziellen Fragen der Erbschaftssteuer und der Grundsteuer.

Die Prüfungen sind als außerordentlich schwer bekannt. Nur die Hälfte aller Prüflinge besteht sie überhaupt, einige davon auch erst im zweiten oder dritten Versuch. Viele von ihnen haben davor einen speziellen mehrmonatigen Vorbereitungslehrgang zur Steuerberaterprüfung besucht, der die vorhandenen Kenntnisse noch einmal auffrischt und vertieft. Diese Kurse sind kosten- und zeitintensiv, müssen meist neben dem regulären Job besucht werden.

Kaufmännische Ausbildung als Vorbereitung

Ein großer Teil der Steuerberateranwärter arbeitet bereits vorher in einer Steuerkanzlei. Viele von ihnen haben mit einer kaufmännischen Ausbildung zum Steuerfachangestellten begonnen. Mit einer Berufserfahrung von 10 Jahren können sie dann die Steuerberaterprüfung ablegen. Dabei muss in diesen Jahren die Wochenarbeitszeit mindestens 16 Stunden betragen. Die Zeit kann auf sieben Jahre verkürzt werden, wenn eine Fortbildung zum Steuerfachwirt absolviert wurde. Auch geprüfte Bilanzbuchhalter können sich mit 7 Jahren Tätigkeit im Steuerrecht als Steuerberater prüfen lassen. Der Weg über die Tätigkeit im Steuerbüro bietet gewisse Vorteile, denn die künftigen Steuerberater haben bereits viele Mandanten betreut und unzählige Steuererklärungen erstellt. Den oft stressigen Alltag im Büro kennen sie so bestens.

Akademischer Werdegang eines Steuerberaters

Zur Steuerberaterprüfung können auch Hochschulabsolventen zugelassen werden, die einen Abschluss in der Betriebswirtschaft, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaft, Wirtschaftsrecht oder Jura erworben haben. Dabei erweisen sich Studiengänge, die sich auf die Bereiche Steuern und Finanzen spezialisiert haben, als vorteilhaft. Hier gilt es für alle Studenten, die Angebote der Hochschulen kritisch zu vergleichen. Berufserfahrung müssen auch diese Anwärter mitbringen, bei Bachelorabsolventen sind es drei Jahre, bei Bewerbern mit einem Masterabschluss verkürzt sich diese Zeit auf zwei Jahre.

Duales Studium zum Steuerberater

Die Angebote für ein duales Studium im Bereich Steuern sind noch relativ jung, nur wenige Hochschulen bieten sie an. Dabei wird das Studium mit einer Tätigkeit in einer Steuerkanzlei oder in einer Steuerabteilung eines großen Unternehmens verbunden. So wird zwar die für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung notwendige Praxiszeit nicht verkürzt, dennoch finden sich viele Vorteile bei diesem Weg. So können alle im Theorieteil vermittelten Kenntnisse sofort in der Praxis angewendet und vertieft werden. Viele Unternehmen, die ein duales Studium anbieten, sind sehr daran interessiert, die erfolgreichen Absolventen auch langfristig zu binden. Da es sich hier meist um große und international tätige Konzerne handelt, bietet der zweigleisige Bildungsweg ausgezeichnete Karrierechancen. Schon während des Studiums kann man sich auf die speziellen Themen, die im Unternehmen benötigt werden, konzentrieren. Außerdem erhält der Student auch sein Gehalt vom Betrieb, so dass die Finanzierung des Studiums leichter fällt.

Der Weg zum Steuerberater dauert also mehrere Jahre und sollte gut geplant sein. Er lohnt sich, denn Fachkräfte im Bereich Steuern werden dringend gesucht. Verdienst- und Aufstiegschancen sind sehr gut. Neben einer selbständigen Tätigkeit als Steuerberater sind auch gehobene Positionen in großen Unternehmen attraktiv. Außerdem kann auch eine weitere Fortbildung als Wirtschaftsprüfer begonnen werden.

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