Ein privates Darlehen – die Aufnahme eines Kredits

  1. Was ist ein privates Darlehen?
  2. An wen geht das private Darlehen – was ist zu beachten?
    1. Private Darlehen an eine GmbH
    2. Private Darlehen an Verwandte
    3. Privates Darlehen an einen Verein
    4. … an Kinder
  3. Besonderheiten des Vertrags
  4. private Darlehen – Häufig gestellte Fragen
    1. Wie wird ein privates Darlehen versteuert?
    2. Verjährt ein privates Darlehen?
    3. Was tun, wenn das private Darlehen nicht zurückgezahlt wird?
    4. Was passiert im Todesfall des Darlehensnehmers?
    5. Was passiert bei einer Privatinsolvenz des Darlehensnehmers?
    6. Kann ich ein zinsloses privates Darlehen geben?
    7. Wie wird ein privates Darlehen verbucht?

Manchmal braucht es ein wenig mehr Geld als gerade auf dem Konto zur Verfügung steht. Dies kann beispielsweise beim Bau des eigenen Hauses der Fall sein, manchmal aber im Zusammenhang mit einem einfachen Umzug auftreten.

In solchen Fällen haben Sie unter anderem -und je nach persönlichen Voraussetzungen- die Möglichkeit, ein privates Darlehen bzw. einen Kredit aufzunehmen. Doch wobei handelt es sich bei einem Darlehensvertrag genau und wie lässt sich dieser im Rahmen der Einkommenssteuer buchen? Im Folgenden werden die klassischsten Fragen rund um dieses interessante Thema behandelt.

Was ist ein privates Darlehen?

Wer ein Darlehen benötigt, muss nicht zwingend auf ein Bankinstitut zurückgreifen. Möglicherweise kennen Sie aus dem Bekanntenkreis jemanden, der Geld zur Verfügung hat und jenes anlegen möchte. Selbst ein Freund oder Familienmitglied -jedoch einen Ihnen bis dato fremde Person- kann sich dazu entscheiden, Ihnen ein privates Darlehen zu gewähren. Darlehensgeber ist in jedem Falle eine Person, der ein gewisses Kapital zur Verfügung steht.

Auf jene Person können Sie als Kreditnehmer zugehen und -wenn beide Parteien einverstanden sind- mittels eines Vertrages festlegen, wie die Konditionen für das Darlehen genau aussehen. Solch ein Darlehensvertrag sollte unter keinen Umständen fahrlässig betrachtet werden. Sowohl kleinere als auch größere Geldsummen müssen in jedem Falle abgesichert werden. Der Darlehensvertrag stellt die Basis für beide Seiten dar.

Das Besondere an einem privaten Darlehen ist, dass Sie mit dem Kreditgeber über die Rückzahlung oft besser verhandeln können als mit einer Bank. Mit einem Bankinstitut bietet sich hier oft auch ein wenig Spielraum, jedoch sind diesem oft weitaus früher Grenzen gesetzt. Handelt es sich um einen Freund, können Sie gemeinsam überlegen, wie genau die Rückzahlung vonstattengehen soll. Ein großer Pluspunkt, da Sie sich individuell abstimmen können.

An wen geht das private Darlehen – was ist zu beachten?

Es gibt unterschiedliche Parteien, die ein privates Darlehen in Anspruch nehmen können. Allerdings ändern sich -je nach Fall- auch die Konditionen:

Private Darlehen an eine GmbH

Bei einem privaten Darlehen an eine GmbH handelt es sich meist nicht um ein klassisches Privatdarlehen. Hierbei sind gewerbliche Zwecke im Spiel und das bedeutet, dass man sich selbst in der Regel fortan als Gesellschafter bezeichnen darf. Allerdings ist auch der Einsatzbereich des Geldes relevant, denn wenn im Vorfeld nicht klar ist, was mit der entsprechenden Summe passiert, kann es sein, dass das Darlehen nicht gewährt wird. Ähnlich verhielte es sich, wenn Sie als Privatperson ein Darlehen bei einer Bank aufnehmen würden, um es an eine GmbH weiterzugeben.

Grundsätzlich sind die Rückzahlungsbedingungen auch im Zusammenhang mit einer GmbH extrem wichtig. Sollte die GmbH keinen Gewinn erzielen und somit insolvent gehen, sollten Sie als Privatperson trotzdem sicher gehen können, Ihr Geld wieder zurück zu erhalten.

Private Darlehen an Verwandte

Sollten Sie einem Verwandten etwas (oder ein wenig mehr) Geld leihen wollen, ist der Faktor „Vertrauen“ oberstes Gebot. Eine Bonitätsprüfung als Grundvoraussetzung hat hier schon oft den Familienfrieden erschüttert. Der entsprechende Darlehensvertrag kann entsprechend individuell gestaltet werden. Auf einen Kriterienkatalog, wie Ihn oft eine Bank einsetzt, wird hier weitestgehend selten zurückgegriffen.

Beachten Sie jedoch, dass Sie im Streitfall selbst eine Lösung finden müssen. Kündigungsfristen und die Angaben zur Laufzeit gehören natürlich ebenfalls in den Vertrag.

Privates Darlehen an einen Verein

Sollten Sie ein privates Darlehen an einen Verein geben, gestalten sich die Vorschriften ein wenig anders. Zunächst haftet der Verein als juristische Person, sollten eventuelle Schulden gemacht werden. Sollte der Verein jedoch in Zahlungsverzug kommen, haftet nicht mehr der Verein, sondern der Vorstand, denn jener ist letzten Endes für das Geld verantwortlich. Hierbei handelt es sich um eine Besonderheit und Sie sollten sich im Vorfeld ausführlich darüber informieren, was im Streitfall zu beachten ist. Achtung: die vorgestellten Details gelten für einen eingetragenen Verein. Handelt es sich um einen nicht eingetragenen Verein, haften alle Vereinsmitglieder.

… an Kinder

Je nach Darlehenshöhe kommt es zwischen und Eltern und Kindern mit Hinblick auf ein gewährtes Darlehen in der Regel zu keinen Problemen. Allerdings sollte auch immer ein Augenmerk auf die Zinsen gelegt werden. Bei den eigenen Kindern werden die Zinsen normalerweise sehr niedrig gehalten. Beim Finanzamt stehen hier besondere Freibeträge zur Verfügung. Diese liegen -für das eigene Kind- bei 400.000 Euro. Bei Freunden beträgt dieser Freibetrag lediglich 20.000 Euro. Liegt der Zinssatz nicht höher als drei Prozent, geht das Finanzamt grundsätzlich von einer Schenkung aus. Dies sollte ebenfalls beachtet werden.

Besonderheiten des Vertrags

Das Internet bietet mehrere Darlehen Musterverträge zum kostenfreien Download an. Grundsätzlich beinhalten jene die Adressdaten von Darlehensgeber und Darlehensnehmer, sowie den Darlehensbetrag und die Laufzeit. Alle weiteren Details zur Tilgung, einer außerordentlichen Kündigung und der Verzinsung sind grundsätzlich ebenfalls enthalten. Da es sich um ein Muster handelt, können Sie selbst bestimmen, in welchen Maßen Sie solch einen Vertrag für die eigenen Belange anpassen.

Die Tilgung kann beispielsweise in Form einer Ratenzahlung festgehalten werden. Ein Ultimatum für die komplette Rückzahlung des Privatdarlehens lässt sich ebenfalls problemlos eintragen. Den Zinssatz können Sie weitestgehend selbst eintragen und bestimmen, wobei Sie sich hier an gewisse Richtlinien halten müssen. Dazu gehört auch, in welchen Zeiträumen die Zinsen berechnet werden sollen. Dies bestimmen Sie selbst. Eine Verjährungsfrist besteht übrigens auch bei einem Privatdarlehen. Diese liegt bei drei Jahren.

Ein Mustervertrag beinhaltet sowohl Pflichten als auch Rechte für den Darlehensgeber und den Darlehensnehmer. So kann gewährleistet werden, dass das Geld zur Verfügung gestellt und zu dem vereinbarten Zeitpunkt wieder zurückgezahlt wird. Eine weitere Absicherung für den Darlehensgeber kann auf Basis einer Grundschuld bzw. eines Grundbucheintrages erfolgen. Hierfür ist ein Notar erforderlich.

private Darlehen – Häufig gestellte Fragen

Nun kann es natürlich sein, dass Sie trotz der oben genannten Ausführungen noch einige Fragen bezüglich des Privatdarlehensvertrags haben. Folgende Fragen treten besonders häufig auf:

Wie wird ein privates Darlehen versteuert?

Letztendlich werden die eingenommenen Zinsen versteuert, welche sich aus dem Vertrag ergeben. Die Versteuerung muss an das Finanzamt gezahlt werden. Auch die Eintragung der Grundschuld kostet Geld.

Verjährt ein privates Darlehen?

Nach drei Jahren verjährt ein privates Darlehen.

Was tun, wenn das private Darlehen nicht zurückgezahlt wird?

Im ungünstigen Fall erhalten Sie als Darlehensgeber Ihr Geld nicht zurück. Hier kommen die Sicherheitsübereignung und Sicherheitsabtretung ins Spiel. Bei der Sicherheitsübereignung übereignet der Darlehensnehmer dem Darlehensgeber einen Gegenstand, der als besonders wertvoll betrachtet wird. Dabei kann es sich beispielsweise um ein Auto oder ähnliches handeln. Ein Recht auf das besagte Auto besteht aber wirklich nur dann, wenn die Schulden nicht getilgt werden. Wichtig hierbei: Notieren Sie alle wichtigen Fakten des Fahrzeugs, damit es zu keinen Unstimmigkeiten kommen kann!

Bei einer Sicherheitsabtretung geht es grundsätzlich um das gleiche Ziel: dem Darlehensgeber soll die Rückzahlung des Kredits gewährleistet werden. Allerdings wird kein Gegenstand eingefordert, sondern eine Forderung selbst. Beispielsweise könnte es sich um das Gehalt des Darlehensnehmers handeln. Zahlt der Darlehensnehmer sein erhaltenes Darlehen also nicht zurück, darf der Darlehensgeber das Gehalt einfordern. Es muss sich nicht zwingend um das Gehalt handeln, auch eine Lebensversicherung kann abverlangt werden.

Was passiert im Todesfall des Darlehensnehmers?

Im tragischsten Fall kann es zum Tod des Darlehensnehmers kommen bevor das Darlehen komplett zurückbezahlt wurde. Grundsätzlich gehen solche Forderungen auf die Erben des Darlehensnehmers über. Hinzu kommt, dass ein Erbe normalerweise aus einem Festbetrag besteht. Sollte es noch laufende Darlehensverträge geben, werden jene mit dem gesamten Erbbetrag verrechnet und erst anschließend erhalten alle Erbberechtigten eine Auszahlung des Erbbetrags.

Was passiert bei einer Privatinsolvenz des Darlehensnehmers?

Die Richtlinien der außerordentlichen Kündigung besagen, dass der Darlehensgeber in solchen Fällen den Betrag sofort zurückverlangen kann. Trotzdem ist der Schuldner bei der Anmeldung einer Privatinsolvenz von der Wohlverhaltensperiode betroffen. Das bedeutet, dass Sie als Darlehensgeber nur dann einen Teil des Betrags erhalten, wenn der Darlehensnehmer während dieser Periode zu pfändbaren Einkünften kommt. Die Tilgung des Darlehensbetrages wird sich voraussichtlich also noch über eine längere Zeit hinwegziehen. Wichtig ist, dass Sie Ihre Forderung beim zuständigen Insolvenzgericht und Treuhänder anzeigen.

Kann ich ein zinsloses privates Darlehen geben?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, ein zinsloses privates Darlehen zu vergeben. Allerdings kann es passieren, dass eine Schenkungssteuer auf sozusagen „geschenkte Zinsen“ erhoben und vom Finanzamt eingefordert wird. Die Vermutung, es handele sich um eine Schenkung und nicht um ein Darlehen, kann also aufgestellt werden. Hier gilt es, auf die jeweiligen Freibeträge und die Darlehensdauer zu achten. Selbst bei besonders niedrigen Zinsen kann eine Schenkungssteuer fällig werden.

Wie wird ein privates Darlehen verbucht?

Selbstverständlich muss die Inanspruchnahme eines privaten Darlehens auch gebucht werden. Oft tendieren Laien hier dazu, die entsprechende Summe über das Konto 0940 zu buchen. Doch Vorsicht! Dieses bezieht sich ausschließlich auf den Bereich der gewährten Darlehen und ist von der Inanspruchnahme eines privaten Darlehens abzugrenzen. Für das erhaltene Darlehen nutzen Sie das Konto 3560 ff. lesen Sie hierzu auch unseren Artikel: Wie wird ein Darlehen verbucht?

Im Zweifelsfall ist hier der Steuerberater der richtige Ansprechpartner.

 
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