Die Kfz-Steuer – Definition und Berechnung

  1. Wer muss eine Kfz-Steuer bezahlen?
  2. Wie wird die Kfz-Steuer berechnet?
  3. Wer zieht die Pkw-Steuer ein?
  4. Wo gebe ich die Kfz-Steuer in meiner Steuererklärung an?
  5. Gibt es bei verschiedenen Fahrzeugtypen Besonderheiten?
  6. Welche Steuervergünstigungen gibt es?

Für Autofahrer gehört sie einfach zum mobilen Alltag dazu: die Kfz-Steuer. Viele Menschen, die sogar zunächst nur erwägen, ein Auto zu kaufen, vergleichen schon im Vorfeld die Höhe der Steuer, die mit Hinblick auf die verschiedenen Modelle anfallen würde. Je nach Fabrikat lässt sich hier teilweise viel Geld sparen. Fakt ist: auf alle inländischen Fahrzeuge und ausländische Fahrzeuge, die sich im Inland befinden, muss die Kfz Steuer gezahlt werden. Doch wie wird deren Höhe eigentlich berechnet und wie kann die Steuer im Rahmen der Steuererklärung angegeben werden?

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Wer muss eine Kfz-Steuer bezahlen?

Jedes Auto, das im Inland gehalten bzw. betrieben wird, ist automatisch Kfz-Steuer pflichtig. Als Auto bzw. Fahrzeug gilt hier jedes Modell, das mit der Hilfe eines Motors betrieben und nicht konstant auf einer Schiene geführt wird. Zudem muss selbstverständlich eine Betriebsgenehmigung für deutsche Straßen vorliegen.

Die anfallende Kfz-Steuer muss vom jeweiligen Halter gezahlt werden. Auf dem Steuerformular selbst ist es jedoch auch möglich, auch andere Zahlungspflichtige zu bestimmen. Dies wäre beispielsweise dann der Fall, wenn die Eltern einer Fahrerin/ eines Fahrers Halter des Fahrzeuges sind, der Nachwuchs allerdings das Auto hauptsächlich nutzt.

Somit sind:

  • inländische Fahrzeuge
  • ausländische Fahrzeuge, die im Inland gehalten werden
  • Fahrzeuge mit Oldtimer-Kennzeichen (sofern es sich nicht um eine angemeldete Prüffahrt handelt)

steuerpflichtig. Parallel dazu wird auch das widerrechtliche Verwenden von Fahrzeugen besteuert.

Wie wird die Kfz-Steuer berechnet?

Die Höhe der Kfz-Steuer wird nach § 8 KraftStG berechnet. Hieraus ergibt sich, dass mit Hinblick auf Krafträder und Pkws…:

  • Der Hubraum
  • Spezifische Schadstoffemissionen
  • Kohlenstoffemissionen (nach gefahrenem Kilometer)

Ausschlaggebend sind. Für Wohnmobile ist für die Höhe der Kfz-Steuer die zulässige Gesamtmasse (mit Bezugnahme auf die Schadstoffemission) von Belang. Alle übrigen Fahrzeuge, die zum Beispiel mit Wankel- oder Elektromotor betrieben werden, Anhänger usw. werden mit Hinblick auf das zulässige Gesamtgewicht bewertet. Sollte dieses die Grenze von 3.500 Kilogramm überschreiten, werden auch Schadstoff- und Geräuschemissionen für die Berechnung der Kfz-Steuer wichtig.

Die zuständigen Zulassungsbehörden spielen für die Einstufung eines Fahrzeuges mit Verbrennungsmotor in die jeweiligen Emissionsklassen eine tragende Rolle.

Wer zieht die Pkw-Steuer ein?

Seit dem 01.07.2009 hat sich hier eine weitreichende Veränderung ergeben. Seit diesem Tag sind nicht mehr die Länder, sondern der Bund für die Kfz-Steuer zuständig. Der komplette Übergang erfolgte am 01.07.2014 auf den Zoll. Für den Fahrzeughalter bedeutet dies, dass nur noch die Hauptzollämter als Ansprechpartner fungieren. Die Finanzämter sind hier somit nicht mehr zuständig.

Wo gebe ich die Kfz-Steuer in meiner Steuererklärung an?

Generell gilt, dass Sie Ihre Beiträge, die Sie im Rahmen der Kfz Steuer zahlen, auch in Ihrer Steuererklärung geltend machen können, allerdings nur dann, wenn Sie das jeweilige Auto zur Ausübung Ihres Berufes nutzen. Alles andere wird seitens des Finanzamtes unter „Privatvergnügen“ abgelegt.

Oder anders: die Kosten, die im Rahmen der privaten Nutzung anfallen, sind nicht unbedingt notwendig. Wenn Sie ein Auto demzufolge ausschließlich privat nutzen, ist es Ihre vollkommen eigene Entscheidung, ob Sie eines kaufen oder eben nicht. Im letzteren Falle würden die Steuern ohnehin entfallen.

Falls Sie Ihr Auto hingegen sowohl privat als auch gewerblich nutzen, handelt es sich -laut Finanzamt- um eine gemischte Aufwendung. Damit sind die Kfz-Steuern nicht komplett, jedoch anteilig absetzbar.

Alle, die Ihr Fahrzeug gewerblich nutzen, tragen die Steuer in der Spalte der Werbungskosten ein.

Gibt es bei verschiedenen Fahrzeugtypen Besonderheiten?

Die Besonderheiten mit Hinblick auf die Berechnung der Kfz Steuer wurden bereits in Punkt 2 angerissen. Verallgemeinernd kann jedoch festgehalten werden, dass besondere Berechnungsgrundlagen für…:

  • Oldtimer
  • Elektrofahrzeuge
  • Anhänger

Und Wohnmobile gelten. Weitere Besonderheiten ergeben sich auch dann, wenn Sie bei einem Ottomotor einen Kaltlaufregler einbauen oder den Katalysator austauschen. Durch ein solches Vorgehen kann die Kfz Steuer gegebenenfalls gesenkt werden.

Welche Steuervergünstigungen gibt es?

Im Falle bestimmter Sachverhalte gewährt das Kraftfahrzeugsteuergesetz verschiedene Vergünstigungen im Rahmen der Kfz Steuer. Unterschieden wird hier zwischen Ermäßigungen und einer kompletten Befreiung von der Steuer.

Beispielsweise haben Schwerbehinderte die Möglichkeit, von einer Befreiung von der Kfz Steuer zu profitieren. Wichtig ist es in diesem Zusammenhang, dass der Schwerbehindertenausweis eines der Zeichen H, aG oder Bl aufzeigt.

Für den Fall, dass sich keines der Zeichen auf dem Ausweis des Halters befindet, kann dieser zumindest versuchen, eine Ermäßigung zu beantragen.

Des Weiteren können auch ausländische Pkw (inklusive deren Anhänger) bis zu einem Zeitraum von einem Jahr steuerfrei in Deutschland betrieben werden. Nach dem besagten Jahr, entfällt die Steuerbefreiung jedoch wieder.

Auch die Nutzung von reinen Elektrofahrzeugen kann sich in steuerlicher Hinsicht lohnen. Diese sind zunächst befristet komplett steuerbefreit, danach zu 50% ermäßigt. Als Elektrofahrzeuge gelten hier Fahrzeuge, die durch einen Elektromotor angetrieben werden.

Nach der Beantragung der Ermäßigung bzw. Befreiung erhalten Sie einen Bescheid, der die jeweilige Vergünstigung im Falle des Einverständnisses der zuständigen Stelle bestätigt.

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