Mit den richtigen Kniffen erfolgreich das Studium absolvieren

  1. Das Studium absolvieren mit Selbstdisziplin
  2. Schnelles Erwachsenwerden
  3. Über den Tellerrand
  4. Vorlesungsfreie Zeit nutzen
  5. Strategisches Lernen

Wer sich dazu entschlossen hat, den Weg zum Steuerberater über die Route des Studiums zu absolvieren, macht sicherlich nichts falsch. Aber er muss das Wissen, das jemand, der über die Ausbildung in den Beruf geht und dazu zehn oder gar 13 Jahre Zeit hat, in einem ungleich kürzeren Zeitraum, selbst mit der zur Zulassung erforderlichen Berufspraxis, erwerben. Dazu ist es nötig, einige Schwerpunkte zu setzen. Sowohl für das Ziel selbst wie die eigene Rückversicherung.

Das Studium absolvieren mit Selbstdisziplin

Seitdem Deutschland das System von Bachelor und Master übernahm, klagen zwar Studenten aller Fächer über eine Straffung der Lehrpläne. Bei genauerer Betrachtung bleibt jedoch noch viel Zeit für die süßeren Seiten des Studentenlebens.

Allerdings: Wer sich als Endziel das Bestehen der Steuerberaterprüfung gesetzt hat, sollte sich von Anfang an nicht zu tief in dieses dolce Vita ziehen lassen. Aus reiner Vernunft. Steuerberater ist von all den Berufszweigen, die man als Wirtschaftswissenschaftler einschlagen kann, der wohl schwierigste. Zumindest aber derjenige, der das disziplinierteste Lernen benötigt. Ähnlich sieht es auch beim anderen Zweig, den Rechtswissenschaften, aus.

Studium absolvieren

Studium absolvieren – Karriereziel Steuerberater (Quelle: Fotolia Urheber: Gorodenkoff)

Wer seine Karriereziele unterhalb dieses Berufs sieht, für den mag es nicht schlimm sein, Vorlesungen verkatert zu erleben, Lernunterlagen zugunsten einer spontanen Studentenparty beiseite zu legen. Doch um Steuerberater zu werden, sollte man solcherlei Verlockungen, zumindest außerhalb der vorlesungsfreien Zeit, nach hinten schieben können. Natürlich, das fällt oft schwer. Aber das Ziel, später nicht nur „irgendwer“ im Heer der BWL-Absolventen (immerhin der beliebteste Studiengang Deutschlands) zu sein, sondern zur finanzwissenschaftlichen Elite zu gehören, ist die Sache mehr als wert – ehrlich!

Schnelles Erwachsenwerden

Das Studium ist traditionell nicht nur die Zeit, in der viele junge Menschen erstmalig Abnabelung vom Elternhaus erfahren, sondern auch die, in der „experimentiert“ wird. In den allermeisten Fällen aus Neugierde, ohne Konsequenzen. Einfach, um später sagen zu können, dass man es mitgemach hat.

Allerdings sei auch hier wieder der Steuerberater hervorgehoben: Um zur Prüfung zugelassen zu werden, muss das persönliche Vorstrafenregister – in jeglicher Hinsicht – blütenweiß sein. Im jugendlich-studentischen Übermut begonnene Straftaten zwischen nächtlichem Hausfriedensbruch im Schwimmbad und Drogenkonsum können, sofern sie eine Strafe von mehr als 90 Tagessätzen nach sich ziehen, zu einem Eintrag ins Bundeszentralregister führen – dann ist der Traum ausgeträumt, selbst wenn die Tat nichts mit Finanzen zu tun hatte.

Auch hier deshalb ein guter Rat: Wer Steuerberater werden möchte, sollte während des Studiums schneller erwachsen werden als seine Kommilitonen. Wirklich verpassen tut man dabei nichts.

Über den Tellerrand

Es gibt Abiturienten, die wissen schon mit dem Beginn der Oberstufe, dass sie Steuerberater werden möchten. Ebenso gibt es Studenten, die erst nach einigen Semestern erkennen, dass dieser Beruf ihre Zukunft ist – beide Wege führen nach Rom.

Doch niemals sollte man nur stur in Richtung Steuerberater lernen. Natürlich, primär sind mathematische Wirtschaftsthemen und Steuerrecht das täglich Brot des angehenden Steuerberaters. Aber gerade wer plant, sich später selbstständig zu machen, sollte ebenso über den Tellerrand hinausschauen wie all jene, die sich auch noch andere Berufsoptionen offenhalten möchten.

Menschenführung, IT-Grundlagen, Business-Knigge und -Kniffe, Fremdsprachen. Das sind alles Bausteine, die einem Steuerberater enorm weiterbringen, selbst wenn sie nur indirekt mit seinem Beruf zu tun haben. Etwa, indem sie ihm helfen, für seine Angestellten ein guter Vorgesetzter zu sein. Wer die Möglichkeit hat, sollte deshalb auch in Vorlesungen dieser Art hineinschauen, um vielleicht Wissen mitzunehmen, das sich später als unschätzbar wertvoll entpuppen kann.

Vorlesungsfreie Zeit nutzen

Dass die vorlesungsfreie Zeit auch studienfrei ist, ist heute nicht immer der Fall. Im Gegenteil, es sollte ein Dreiklang aus mehreren Elementen sein:

  • Nachbereitung des Wissens aus dem vergangenen Semester
  • Echtes Erholen
  • Vorbereitung des kommenden Semesters wie der mittelfristigen Zukunft

Einen universell gültigen Marschplan, um alles unter einen Hut zu bekommen, gibt es nicht. Der eine teilt sich alles in tagelange Einzelpakete auf, der andere macht jeden Tag ein bisschen von allem. Wichtig ist nur, dass alle drei Punkte gleichwertig betrachtet werden.

Das bringt uns zur Erholung. Wer studiert, leistet auf geistiger Ebene Enormes. Schon um dieses Wissen zu festigen wie auch die eigene Motivation zu erhalten, ist es von zentraler Bedeutung, zumindest einen Teil der vorlesungsfreien Zeit nach seinem Gusto zu gestalten. Ob man dazu das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet und (sprach-)reist oder täglich vom Bett aus Serien anschaut, ist gleich. Hauptsache, es hilft einem, Stress abzubauen (und sich nicht zusätzlichen einzuhandeln).

Bei der Vorbereitung kommt dem Bachelorstudium eine Besonderheit zu: In vielen Fächern gibt es nur ein vorgeschriebenes Pflichtpraktikum. Und um es ganz kurz zu machen, für den Steuerberater reicht das nicht. Nicht nur, weil es in diesem Beruf so vielschichtige Aufgaben gibt, die sich in diesem einen Praktikum gar nicht alle erleben lassen. Viel mehr deshalb, weil Praktika, zumindest nach dem Abschluss, auf die zweijährige Berufserfahrung angerechnet werden können.

Letzten Endes auch noch aus einem anderen Grund: Jede Steuerberatertätigkeit ist anders. Dort, wo der eine Steuerberater mit zwei Fachangestellten selbstständig ist, geht es völlig anders zu als beispielsweise in einer Großkanzlei, bei Banken, im öffentlichen Dienst. Schon um sich über seine berufliche Zukunft klar zu werden, sollte man in alle Bereiche hineinschnuppern – selbst wenn es nur dazu dient, eine bereits bestehende Vorstellung zu festigen.

Strategisches Lernen

Beim Lernen für Klausuren und Abschlussprüfungen gilt zwar generell „nur das Ziel zählt, nicht der Weg“. Aber wer es sich zur Aufgabe gemacht hat, Steuerberater zu werden, der muss einfach schon im Bachelorstudium seine Routinen entwickeln, damit er sie während des Masters und der Prüfungsvorbereitung ohne weiteres (möglicherweise fatales) Herumexperimentieren mit neuen Lernmethoden anwenden kann.

Doch wie lernt man einen solchen Wissensberg effizient? Es sind, unabhängig davon, welcher Lern-Charakter man ist, immer die gleichen Punkte:

  1. Lernen duldet keinen Aufschub. Soll bedeuten, es gibt kein zu früh. Jeder Tag ist genau richtig, um zu rekapitulieren, schon Prüfungsvorbereitung zu betreiben. Und je früher man anfängt, desto mehr Zeit hat man, um noch weiter zu vertiefen, noch sicherer zu werden.
  2. Auch Lehrstoff ist letzten Endes nur eine Arbeitsmenge X, die während eines Zeitraums Y abgearbeitet werden muss. Um sich vorzubereiten, werden also die zur Verfügung stehenden Tage im Kalender markiert und deren Zahl auf die Menge der zu lernenden Themen umgelegt. Hält man sich an diesen Plan, bekommt alles genügend Zeit und man hat alle Themen bei Prüfungsbeginn gleichberechtigt abgearbeitet.
  3. Wirklich eingeprägt wird Wissen nur dadurch, dass das Gehirn sich damit beschäftigen muss. Es reicht also nicht, einen Text einfach nur mehrfach zu lesen, einer Vorlesung aufmerksam zuzuhören. Zumindest nicht, um den Sinn zu durchdringen, ihn also wirklich zu verstehen. Das geht nur, indem man alles, was man von Notizen, aus Büchern usw. schriftlich hat, nach dem Durchlesen selbst schriftlich konkret zusammenfasst. Auf diese Weise lassen sich auch höchstkomplexe (und nüchterne) steuerrechtliche Themen nachhaltig erschließen.
  4. Schlaf dient unter anderem dazu, Gelerntes vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis zu verschieben. Qualitativ wie quantitativ hochwertiger Schlaf ist deshalb während der Lernphasen das A und O. Zudem sollte man die Kernaussagen der Lernergebnisse vor dem Einschlafen nochmals stichpunktartig im Kopf rekapitulieren.
  5. Geschmäcker und Gerüche sind für unser Gehirn sehr machtvolle Erinnerungsträger. Schwere Passagen sollte man deshalb mit einem prägnanten Geschmack im Mund lernen/schriftlich zusammenfassen. Hat man den gleichen Geschmack während der Prüfung im Mund, fällt die Erinnerung leichter.

Schafft man es dann noch, den Pflicht-Teil des Lernens drei bis vier Tage vor einer Klausur abzuschließen und danach sein geballtes Wissen dadurch zu vertiefen, dass man es auf Spickzettel (welche man natürlich nicht benutzt) niederschreibt, gibt es fast kein Thema, das man nicht in seinen Kopf bekäme.

 
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