Brutto / Netto Rechner - Online Gehaltsrechner

Brutto Netto Rechner – Gehalt berechnen

  1. Gehaltsrechner – Nettoeinkommen berechnen
  2. Was ist der Unterschied zwischen brutto und netto?
  3. Wie hoch sind die Abzüge und Steuern?
  4. Gesetzliche und private Krankenkassen
  5. Was beeinflusst das Nettogehalt?
  6. Sonstige Faktoren
  7. Online Brutto-Netto-Rechner
  8. Zusammenfassung
  9. Brutto-Netto – wieviel kostet ein Arbeitnehmer?
  10. Fazit

Viele reden immer von Brutto- und Nettogehalt. Und man fragt sich, was eigentlich hinter diesen Begriffen steckt. Das Bruttogehalt ist der vertraglich festgelegte Lohn. Doch das ist nicht gleichzeitig die Auszahlungssumme, die dem Arbeitnehmer zur Verfügung steht. Denn in Deutschland gibt es zahlreiche gesetzliche Abzüge, die vom Bruttolohn abgezogen werden. Daneben wird ab einer bestimmten Höhe auch Steuer (Lohnsteuer) einbehalten. Übrig bleibt der Nettolohn. Der Betrag, den ein Arbeitnehmer nach Berücksichtigung aller Abzüge tatsächlich ausgezahlt bekommt.

Aber was sind das für Abzüge?
Was beeinflusst die tatsächliche Höhe des Nettolohns?
Wie wird Brutto Netto berechnet?

Das untersuchen wir detailiert in den nachfolgenden Abschnitten.
Für eine schnelle Ermittlung des Nettoeinkommens bieten wir Ihnen unseren Brutto Netto Rechner.

Gehaltsrechner – Nettoeinkommen berechnen


Was ist der Unterschied zwischen brutto und netto?

Das Bruttogehalt oder auch das Bruttoeinkommen ist, wie oben angesprochen, das Gehalt vor allen Abzügen und Steuern. Zu den Steuern gehört die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag und, für jene, die kirchensteuerpflichtig sind, die Kirchensteuer. Zu den gesetzlichen Abzügen gehören Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge. Man nennt diese Abgaben auch Sozialversicherungsbeiträge. Während die Lohnsteuer an das Finanzamt abzuführen ist, werden die Pflichtbeiträge an die Sozialversicherungsträger (Krankenkassen) abgeführt.

Die Lohnsteuer ist eine Art Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. Diese wird unterjährig bei den Arbeitnehmern vom Lohn einbehalten. Arbeitnehmer sind demnach im Grundsatz nicht verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung am Ende des Jahres abzugeben. Es sei denn, man erhält Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Elterngeld, Krankengeld etc., oder weitere Einkünfte hat. Aber auch wenn man unterjährig bestimmte Freibeträge nicht eingetragen hat, kann man diese Ausgaben im Rahmen der Einkommensteuererklärung berücksichtigen lassen und sich Geld vom Staat wiederholen.

Ebenso lohnt sich eine Erstellung der Einkommensteuererklärung dann, wenn man höhere Werbungskosten hat als der Pauschbetrag von 1.000,- € (z.B. aufgrund hoher Fahrtkosten) oder beispielsweise außergewöhnliche Belastungen (Arztkosten, die der Steuerpflichtige selbst trägt und die die zumutbare Belastung übersteigen).

In Deutschland herrscht ein progressiver Steuertarif. Einen festen Steuersatz gibt es nicht. Gleichzeitig gibt es den Grundfreibetrag. Bei einem bestimmten steuerpflichtigen Einkommen fällt demnach keine Einkommensteuer an. Der Grundfreibetrag beträgt im Jahr 2020 9.408,- € bei Ledigen und 18.336,- € bei Verheirateten.

Wie hoch sind die Abzüge und Steuern?

Für die Sozialversicherungsbeiträge gelten bestimmte Beitragssätze. Diese können sich jährlich ändern. Der allgemeine Krankenversicherungsbeitrag 2020 beträgt 14,6% der beitragspflichtigen Einnahmen. Dieser wird vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte geteilt (7,3%). Daneben gibt es den ermäßigten Beitragssatz. Dieser beträgt 14,0% der beitragspflichtigen Einnahmen. Der ermäßigte Beitragssatz gilt für jene, die keinen Anspruch auf das Krankengeld haben. Neben dem allgemeinen und dem ermäßigten Beitragssatz können die Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben.

Der Beitragssatz für die Pflegeversicherung beträgt 3,05%. Dieser wird ebenfalls je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Eine Ausnahme gilt in Sachsen. Dort zahlen die Arbeitnehmer einen höheren Beitrag als der Arbeitgeber.

Kinderlose, die das 23. Lebensjahr vollendet haben, zahlen einen Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung. Dieser beträgt 0,25% und wird nur vom Arbeitnehmer getragen.

In der Rentenversicherung beträgt der Beitragssatz 18,60%. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen jeweils 9,3%.

Und schließlich beträgt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung 2,40%. Diesen teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte.

Eine Besonderheit gibt es bei den Minijobbern. Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung. Minijobber sind von der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenpflicht befreit. Es besteht jedoch eine Pflicht in der Rentenversicherung. Es sei denn der Minijobber lässt sich davon befreien.

Gesetzliche und private Krankenkassen

Wer mehr als 450,- € im Monat verdient, wird automatisch krankenversicherungspflichtig.

Das Arbeitsentgelt, das zur Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge herangezogen wird, ist dabei nach oben hin begrenzt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Beitragsbemessungsgrenze. Überschreitet das Arbeitsentgelt diese Beitragsbemessungsgrenze, so müssen keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung entrichtet werden. Diese Grenze liegt im Jahr bei 56.250,- € bzw. 4.687,50 € im Monat. Arbeitnehmer, die die vorgenannte Einkommensgrenze überschreiten, können sich demnach freiwillig gesetzlich versichern lassen. Die Beiträge berechnen sich dann nach der Höhe des Einkommens. Alternativ kann man sich in einer privaten Krankenversicherung versichern lassen. Dies gilt übrigens nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Selbstständige oder Freiberufler. Die Höhe der Beiträge hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. So z.B. vom Alter oder von bereits vorhandenen Vorerkrankungen.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist zu unterscheiden von der Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze). Letztere bestimmt, wann eine Pflicht zur Versicherung in der Krankenversicherung besteht. Liegt das Bruttogehalt oberhalb der Pflichtgrenze, so wird der Beitrag von dem Höchstbetrag berechnet und nicht vom Bruttogehalt. Die Versicherungspflichtgrenze liegt im Jahr bei 62.550,- € bzw. 5.212,50 € im Monat.

Was beeinflusst das Nettogehalt?

Wie hoch das Nettogehalt ausfällt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Die Abgaben und Steuern sind nicht für alle gleich. Sie hängen zum einen von der Höhe des Einkommens ab. Zum anderen von der jeweiligen Steuerklasse. Die Lohnsteuerklasse bestimmt im nächsten Schritt den Lohnsteuerabzug, den Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer.

  • Steuerklasse 1 gilt für Arbeitnehmer, die ledig, geschieden, getrenntlebend oder verwitwet sind.
  • Steuerklasse 2 gilt für alleinerziehende und getrennt Lebende.
  • Steuerklasse 3 ist für Verheiratete bestimmt. Steuerklasse 3 bekommen Arbeitnehmer mit dem jeweils höheren Einkommen.
  • Steuerklasse 4 bekommen hingegen Verheiratete, bei denen die beiden Einkommen etwa gleich sind
  • Steuerklasse 5 erhalten Arbeitnehmer mit geringerem Einkommen. Vorteil dieser Steuerklassenkombination ist, dass man unterjährig mehr Nettogehalt übrighat. Am Ende des Jahres ist jedoch mit einer Nachzahlung zu rechnen, da die Abzüge vom jeweils kleineren Einkommen berechnet werden.
  • Steuerklasse 6 wird verwendet wenn jemand einen Zweit- oder Nebenjob hat. Dies gilt unabhängig davon, ob man ledig oder verheiratet ist.

Es gibt jedoch weitere Faktoren, die sich auf die Höhe des Nettogehalts auswirken. So z.B. der Kinderfreibetrag. Auf das Bruttogehalt hat der Kinderfreibetrag keinen Einfluss. Der Kinderfreibetrag ist ein Steuerfreibetrag. Dieser mindert die Steuerlast. Der Kinderfreibetrag beträgt 7.812,- € für jedes Kind. Bei Unverheirateten wird der Kinderfreibetrag in gleicher Höhe aufgeteilt. Der Kinderfreibetrag bzw. Kinderfreibeträge werden auf der Lohnsteuerkarte erfasst. Dementsprechend mindert sich der Lohnsteuerabzug, d.h. die an das Finanzamt abzuführende Lohnsteuer. Der Kinderfreibetrag kann bis zum 30.11. des laufenden Jahres eingetragen werden.

Sonstige Faktoren

Man kann aber noch andere Freibeträge eintragen lassen. So z.B. die Kinderbetreuungskosten (KiTA Beiträge, Elternbeiträge etc.). Die Kinderbetreuungskosten sind zu 2/3 steuerlich absetzbar. Die Kosten mindern wiederum den Lohnsteuerabzug. Alternativ kann man diese Kosten im Rahmen der Erstellung der Einkommensteuererklärung berücksichtigen.

Neben dem Bruttogehalt kann der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer weitere Vorteile gewähren. Dies muss nicht unbedingt eine Geldleistung sein. Es kann sich auch um so genannte Sachleistungen handeln. Eine davon besteht in der Überlassung eines Firmenfahrzeugs. Dieses können die Arbeit-nehmer für die Wege von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte nutzen. Ebenso dürfen die Arbeitnehmer das Fahrzeug in der Regel für Privatfahrten nutzen. Diesen Vorteil nennt man auch geldwerter Vorteil. Da es sich um eine Art Zusatzleistung des Arbeitgebers handelt, muss der geldwerte Vorteil vom Arbeitnehmer versteuert werden. Damit erhöht sich durch die Sachleistung das Bruttogehalt des Arbeitnehmers. Der Lohnsteuerabzug erhöht sich und reduziert gleichzeitig das Nettogehalt.

Online Brutto-Netto-Rechner

Die vorgenannten Ausführungen klingen natürlich sehr allgemein. Sodass es vielleicht schwer ist, sich das Ganze in Zahlen vorzustellen. Aber keine Sorgen. Denn das Ganze gibt es auch in Zahlen. Das Bundesministerium für Finanzen bietet einen kostenlosen Brutto-Netto-Rechner an.  Dieser Rechner gibt Euch an, wieviel bei einem bestimmten Bruttogehalt, sei es monatlich oder jährlich, netto übrigbleibt. Alles was man tun muss, ist eben jene Einflussgrößen, die oben beschrieben wurden, dort einzutragen. Und nochmal zusammengefasst, die wichtigsten Größen sind: Bruttogehalt, ggf. geldwerter Vorteil, Berechnungsjahr, Steuerfreibetrag, Steuerklasse, ggf. Kirchensteuerzugehörigkeit, Bundesland, Alter, Anzahl der Kinder, Kinderfreibetrag, Krankenversicherung (gesetzlich pflichtversichert, freiwillig versichert oder privat versichert), Renten- und Arbeitslosenversicherung. Anhand dieser Angaben kann man mit dem Brutto-Netto-Rechner das monatliche bzw. jährliche Nettogehalt ausrechnen. So einfach geht es also.

Zusammenfassung

Wir halten also fest. Um vom Brutto auf das Nettoeinkommen zu kommen, muss man bestimmte Abzüge und Steuern abziehen. Zu den Steuern gehören die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag sowie ggf. die Kirchensteuer. Die Pflichtabgaben bestehen aus den Beiträgen zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die Beitragssätze sind festgelegt. Es gibt bestimmte Höchstgrenzen, ab denen eine Versicherungspflicht entfällt. Auch gibt es Pflichtgrenzen für die Bemessung der Krankenversicherungsbeiträge.

Neben den vorgenannten Pflichtabgaben gibt es Freibeträge, die im Rahmen der Bemessung des Nettogehalts berücksichtigt werden können. Hierzu zählt beispielsweise der Kinderfreibetrag. Die Höhe des Lohnsteuerabzugs hängt ferner von der jeweiligen Steuerklasse ab.

Brutto-Netto – wieviel kostet ein Arbeitnehmer?

Wir haben uns nun angeschaut, wie aus Sicht eines Arbeitnehmers das Nettogehalt berechnet wird. Schauen wir uns nun die Arbeitgeberseite an. Und fragen uns, welche Kosten ein Arbeitgeber trägt.

Währen jeden Arbeitnehmer das Nettoeinkommen bzw. das Nettogehalt interessiert, ist für den Arbeitgeber das Bruttogehalt relevant. Aber nicht nur das. Denn der Arbeitgeber trägt so genannte Lohnnebenkosten und zahlt für seinen Arbeitnehmer mehr als nur das Bruttogehalt. Die Lohnnebenkosten lassen sich in unterschiedliche Kategorien einordnen. Hierzu gehören zum einen die gesetzlichen Sozialbeiträge. Das sind Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosen-versicherung. Dazu kommt ein Beitrag zur Unfallversicherung. Dieser hängt von der jeweiligen Berufsgenossenschaft ab. Daneben gibt es noch Umlagen, nämlich die Umlage U1, U2 sowie die Insolvenzgeldumlage. Diese werden vom Arbeitgeber getragen. Die Insolvenzgeldumlage beträgt für alle 0,06%. Die Umlage U2 ist von allen Arbeitgebern zu entrichten. Die Umlage 1 hängt von der Anzahl der Mitarbeiter ab.

Eine Besonderheit bilden die Minijobber. Für diese zahlen die Arbeitgeber andere Beitragssätze. Genauer gesagt pauschal 30%.

Neben den gesetzlichen Sozialbeiträgen können Arbeitgeber Ihren Arbeitnehmern variable bzw. freiwillige Lohnnebenkosten zahlen. Die Höhe dieser Leistungen können die Arbeitgeber selbst bestimmten. Diese Leistungen können beispielsweise in Form von Zuwendungen erfolgen. Hierzu gehören Zuschüsse zu Krankengeld, betriebliche Alters- und Gesundheitsvorsorge, Zuschüsse zu Kinderbetreuungskosten oder bestimmten Arztleistungen. Die Aufzählung ist nicht abschließend.

Daneben gibt es so genannte geldwerte Vorteile. Diese werden auch als Sachbezüge bezeichnet. Beispiele hierfür sind Mitarbeiterrabatte, Tankgutscheine, Verpflegungskosten, Firmenwagen, Diensthandy, Aus- und Fortbildungskosten. Zu beachten ist, dass einige dieser Zuwendungen steuerfrei gewährt werden, andere hingegen mit einem pauschalen Steuersatz zu besteuern sind.

Fazit

Fassen wir zusammen. Die Arbeitgeber haben im Vergleich zu den Arbeitnehmern etwas höhere Personalkosten. Neben den gesetzlichen Sozialbeiträgen, welche sich die Arbeitgeber je zur Hälfte mit den Arbeitnehmern teilen, gewähren Arbeitgeber weitere Leistungen. Diese sind oft freiwilliger Natur und können der Höhe nach nicht konkret beziffert werden.

Allgemein kann man festhalten, dass ein Arbeitgeber ca. 21% an zusätzlichen Kosten pro Arbeitnehmer trägt.

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