Abschreibung von Büromöbeln

Wer zuhause ein eigenes Arbeitszimmer nutzt, wird sich spätestens bei der nächsten Steuererklärung Gedanken darüber machen, ob – und wenn ja wie – er die Kosten für den Raum selbst, aber auch für die Ausstattung des Arbeitszimmers absetzen kann. Aber auch Selbständige stehen vor der Frage, wie sie das Mobiliar in ihrem Büro steuerlich geltend machen können. Wir möchten Ihnen im folgenden verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie Büromöbel steuerlich abschreiben können.

Natürlich kann diese Beitrag die Beratung bei einem Steuerberater keineswegs ersetzen, Ihnen aber schon einmal vorab wichtige Details darlegen, über die Sie zu gegebener Zeit mit Ihrem Steuerberater sprechen sollten. Da es gerade bei den Steuergesetzen immer wieder zu Änderungen kommt, weisen wir an dieser Stelle schon einmal explizit darauf hin, dass dieser Beitrag im Juni 2017 verfasst wurde und natürlich keine späteren gesetzlichen Änderungen – die beispielsweise die Höhe der möglichen Abschreibungen, aber auch die Nutzungsdauer betreffen könnten –  berücksichtigen kann.

Arbeitszimmer

Wann wird das Arbeitszimmer als Büro anerkannt?

Wann wird ein Arbeitszimmer anerkannt?

Das Finanzamt erkennt nur in wenigen Fällen ein eigenes Arbeitszimmer an. Voraussetzung ist, dass entweder die gesamte berufliche Tätigkeit aus diesem Raum heraus erfolgt oder am Arbeitsort kein eigener Schreibtisch zur Verfügung steht. Dies ist beispielsweise bei Lehrkräften, Außendienstlern und Freiberuflern bzw. Selbstständigen der Fall. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Raum nahezu vollständig für berufliche oder betriebliche Zwecke genutzt wird.

Was gehört alles zu den Büromöbeln

Zu den Büromöbeln gehören nicht nur der Schreibtisch, der Drehstuhl und vielleicht noch ein paar Schränke für die Ablage, sondern noch Einiges mehr. Wer beispielsweise im eigenen Arbeitszimmer Gespräche mit Kunden führt, benötigt dafür unter Umständen einen Besprechungstisch und dazu passende Stühle. Wichtige Dokumente finden beispielsweise in einem Stahlschrank oder einem Tresor Platz. Für den Drucker nutzen Sie vielleicht einen separaten Druckertisch oder ein eigenes Regal. Ein eventuell vorhandenes Faxgerät kann ebenfalls auf einem kleinen Tisch oder Regal stehen. Natürlich benötigen Sie im Raum ausreichend Licht, weshalb auch die Lampe zur Büroausstattung gehören kann. Um sich eine Übersicht verschiedener Büromöbel zu verschaffen, nutzen Sie eventuell den Gang in ein ortsansässiges Möbelhaus, oder schauen direkt hier nach.

Abschreibungsmöglichkeiten für Büromöbel

Auch hier gilt es, zuerst wieder zwischen Privatpersonen und Selbstständigen bzw. Freiberuflern zu unterscheiden.

Privatpersonen

Für Privatpersonen, die für ihre Tätigkeit nicht nur das Arbeitszimmer benötigen, sondern teilweise an einem anderen Ort beschäftigt sind, wurde in § 4 EStG (Einkommenssteuergesetz) eine Abzugsbeschränkung von 1.250 Euro pro Jahr festgelegt. Bis zu diesem Gesamtbetrag können die Kosten für sämtliche Büromöbel. Fallen die Ausgaben in einem Jahr höher aus, ist es unter Umständen ratsam, die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer zu splitten. Bei Büromöbeln geht das Finanzamt beispielsweise von einer Nutzungsdauer von 13 Jahren aus. Hier könnte der Betrag also in 13 identische Teilsummen gesplittet und diese in der jeweiligen Steuererklärung geltend gemacht werden.

Gerade dann, wenn Sie sich Ihr Arbeitszimmer neu einrichten, werden Sie den Gesamtbetrag von 1.250 Euro wahrscheinlich deutlich übersteigen. Zumal in diesen Betrag nicht nur die Büromöbel, sondern die gesamte Ausstattung, also auch die notwendige Technik, einfließen. Deshalb kann es unter Umständen sinnvoll sein, einen Teil der Anschaffungen auf das nächste Jahr zu verschieben oder – wie bereits weiter oben erwähnt – die Kosten über die Nutzungsdauer aufzuteilen. Bei Computern, Laptops und Notebooks geht das Finanzamt im Übrigen von einer dreijährigen Nutzungsdauer aus. Deshalb wäre es unter Umständen sinnvoll, deren Anschaffungskosten über einen Zeitraum von drei Jahren geltend zu machen.

Stehen für das nächste Jahr weitere Anschaffungen ins Haus, so können deren Kosten dann wiederum über die Nutzungsdauer abgesetzt werden.

Freiberufler und Selbständige

Findet die gesamte berufliche Tätigkeit vom heimischen Arbeitszimmer aus statt, gilt die o.g. Abzugsbeschränkung nicht. Dies gilt in diesem Fall auch für Mobiliar, das sowohl als Einrichtungsgegenstand als auch als Arbeitsmittel genutzt wird, selbst dann, wenn kein separates Arbeitszimmer existiert.

Selbstständige bzw. Freiberufler haben nach § 6 Abs. 2 EStG (Einkommenssteuergesetz) die Möglichkeit, die Kosten für Büromöbel beispielsweise

  • als sofortigen Aufwand zu verbuchen, wenn diese einen Nettowert von 150 Euro nicht überschreiten,
  • als Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Betrag von 410 Euro anzusetzen oder
  • die Poolabschreibung für alle Wirtschaftsgüter zwischen 150 und 1.000 Euro anzuwenden.

Des weiteren gibt es auch noch die Möglichkeit der Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 und 6 EStG. Hier können Selbstständige und Freiberufler im Wirtschaftsjahr der Anschaffung bzw. der Herstellung sowie in den nächsten vier Wirtschaftsjahren Sonderabschreibungen von jeweils bis zu 20 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten vornehmen. Dafür müssen allerdings ein paar Voraussetzungen erfüllt werden. So müssen diese Wirtschaftsgüter sowohl einer Abnutzung unterliegen als auch beweglich sein. Weiterhin setzt das Finanzamt voraus, dass sowohl im Jahr der Anschaffung als auch im darauf folgenden Jahr eine Nutzung der Wirtschaftsgüter, in unserem Fall also der Büromöbel, erfolgt. Erst danach dürfen diese unter Umständen weiter veräußert werden, wobei die Einnahmen dann verbucht oder in der Einnahme-Überschuss-Rechnung des Jahres der Veräußerung aufgeführt werden müssen.

Wenn Sie sich für die Poolbildung entscheiden oder die Anschaffungskosten über die insgesamt fünf Wirtschaftsjahre absetzen möchten, so müssen Sie natürlich bei der Erstellung Ihrer Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) *, des Jahresabschlusses (bei Selbstständigen, die nicht mehr unter die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Abs. 1 EStG fallen) respektive Ihrer Steuererklärung darauf achten, dass die Teilbeträge dort korrekt aufgeführt und im Computer auch in die entsprechenden Dateien der Folgejahre übertragen werden.

 
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