Das Finanzamt verdient mit – die Abgeltungssteuer richtig berechnen

Gewinne bei Spekulationsgeschäften wie dem Aktienhandel sind immer sehr willkommen. Zeigen diese doch auf, dass man den „richtigen Riecher“ hatte und die Wertpapiere zusammentragen konnte, die sich bezüglich ihres Wertes positiv entwickeln konnten.

Schnell werden am Jahresende die Gewinne zusammengerechnet und die Freude darüber ist groß. Jedoch meist nur solange, bis den Anlegern bewusst wird, dass nicht nur sie sich über einen Zugewinn freuen, sondern auch das Finanzamt. Es sieht in den Gewinnen nämlich Kapitalerträge, die – ab einer gewissen Summe – der Versteuerung unterliegen. Und zwar in Form der Abgeltungssteuer beziehungsweise der Spekulationssteuer.

Bis zu 28 Prozent können hier vom Gewinn abgezogen und an das Finanzamt überwiesen werden. Bevor es jedoch soweit ist, sollte sich jeder Anleger mit dem Thema „Steuern auf Kapitalerträge“ vertraut machen und entsprechende Grundlagen über die richtige Versteuerung erlernen. Denn nicht jeder Cent, der als Gewinn eingenommen wird, muss auch mit knapp 28 Prozent versteuert werden.

Ein Beispiel: Die Abgeltungssteuer bei DEGIRO.

Abgeltungssteuer berechnen

Wann fällt eine Abgeltungssteuer an?

Jeder Anleger hat einen Freibetrag, den er pro Jahr an Kapitalerträgen nicht versteuern muss. Pro Person wären dies 801 Euro. Ist der Anleger verheiratet, steigt der Freibetrag auf 1602 Euro an.

Hinzu kommt, dass lediglich die bereinigten Gewinne versteuert werden müssen. Mit Sicherheit verlief der Aktienhandel über das Jahr betrachtet nicht konstant gut. Die Kurse sind permanent in Bewegung, sodass es Verluste ebenso gegeben haben kann wie erzielte Gewinne. Die Verluste, die über das Jahr angefallen sind, dürfen von den Gewinnen abgezogen werden. Ebenso die Kosten für das Depot und den Broker, Gebühren, die eventuell für Ein- und Auszahlungen anfallen, Kosten für Weiterbildungen und vieles andere. Also all jene Ausgaben, die sich rund um den Handel anfinden lassen und die den Gewinn in bereinigter Form reduzieren.

Wer hier sauber arbeitet und genau rechnet, wird schnell feststellen, dass sich einige Euros vom Gewinn abziehen lassen, an denen der Fiskus nicht mitverdienen kann.

Unser Hinweis: Eine Spekulationsfrist gilt nur noch für Aktien, die vor 2009 gekauft wurden und immer noch in Besitz des Anlegers sind. Deren Gewinne müssen nicht versteuert werden.

Abgeltungssteuer berechnen – die Fakten

Die Abzüge, die vom Gewinn vorgenommen werden können, sind nun bekannt. Daher ist jetzt wichtig, dass die korrekte Höhe der Abgeltungssteuer ermittelt wird. Im schlimmsten Falle liegt diese bei rund 28 Prozent.

Allerdings nur dann, wenn Kirchensteuer gezahlt werden muss. Wer keiner Kirche angehört und daher auch keine Kirchensteuer auf andere Einkünfte bezahlt, muss auch bei der Abgeltungssteuer keine Kirchensteuer zahlen. Dieser Betrag kann somit in Abzug gestellt werden.

Tipp:

Mit hilfe des Kirchensteuer-Rechners einfach Ihre Kirchensteuer berechnen!

Um den Solidaritätszuschlag kommt hingegen aktuell noch niemand umhin. Auch wenn heiß diskutiert wird, ob dieser abgeschafft werden soll. Gleiches gilt für die reine Abgeltungssteuer, die weder reduziert, noch in eine Einkommensteuer umgewandelt werden kann. Viele Anleger könnten von einem solchen Schritt profitieren, da sie weniger Einkommensteuer bezahlen als Abgeltungssteuer. Da es aktuell aber noch keine gesetzliche Regelung dazu gibt, ist dies im Moment auf jeden Fall noch keine Option.

Wer rechnet ab?

Viele Verbraucher sind Laien auf dem Gebiet der Steuern. Sie haben nur bedingt Ahnung, wie Steuern genau angegeben und abgerechnet werden. Einen Fehler will man sich jedoch auch nicht leisten. Denn kommt einem das Finanzamt auf die Schliche, kann es schnell sehr teuer werden.

Im besten Falle sucht man sich daher als Laie einen Steuerberater, der die Abgabe der Steuern ordnungsgemäß auf den Weg bringt. Es ist jedoch auch möglich, die Abgaben direkt über den Broker vornehmen zu lassen. Ist dieser nämlich innerhalb von Deutschland ansässig, behält er die Abgaben direkt ein und klärt alles mit dem Finanzamt. Am Jahresende gibt es eine Bereinigung, sodass auch auf diesem Wege auf keinen Fall zu viele Steuern bezahlt werden.

Wird jedoch ein Broker ausgewählt, der vom Ausland aus agiert, ist der Anleger selbst für die Abrechnung gegenüber dem Finanzamt verantwortlich. In Solch einem Fall müssen die Einnahmen auf der Steuererklärung vermerkt werden.

 
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