Wirtschaftsrecht Studium – Der Beruf des Wirtschaftsjuristen

  1. Was macht diesen Beruf so interessant?
  2. Welche Anbieter gibt es?
  3. Voraussetzungen
  4. Ablauf der Ausbildung/Weiterbildung
    1. Inhalt
    2. Dauer und Kosten
    3. Abschluss
  5. Ausführliche Beschreibung des Berufes
    1. Tätigkeitsfelder und Aufgaben
    2. Karriere-Chancen
    3. Gehalt

Das Wirtschaftsrecht Studium vereint allgemein die beiden Fächer Jura und Wirtschaftswissenschaften in einem Studiengang. D.h. es werden sowohl rechtliche, als auch wirtschaftswissenschaftliche Inhalte vermittelt. Wirtschaftsrecht und Jura sind natürlich nicht miteinander vergleichbar. Das müssen sie auch nicht sein, da beide Fächer ganz unterschiedliche Zielsetzungen haben. Die im Studium Wirtschaftsrecht vermittelten Fachkenntnisse sind etwas breiter gestreut, da der Studiengang zwei verschiedene Fächer tangiert.

Details zum Beruf eines Wirtschaftsjuristen, sowie den Ausbildungsmöglichkeiten sollen im Folgenden kurz dargelegt werden.

Was macht diesen Beruf so interessant?

Sicherlich liegt einer der Vorteile dieses Studium darin, dass man eine Art Doppelqualifikation hat, auch wenn der Studienabsolvent nach Abschluss des Studiums kein Volljurist ist. Vielmehr eröffnet das Studium die Möglichkeit beide Bereiche kennen zu lernen, sich auf einen der Gebiete zu spezialisieren oder aber nach Abschluss des Studiums auf beiden Gebieten tätig zu sein.

Hinzu kommt die Tatsache, dass das Studium praxisrelevante Kenntnisse und Fähigkeiten, so z.B. unterschiedliche Soft Skills, vermittelt, die den späteren Berufseinstieg erleichtern.

Aufgrund seiner doppelten Qualifikation hat der Wirtschaftsjurist nicht nur eine interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit, ihm stehen ebenso zahlreiche Karrierewege offen, die mit Sicherheit auch sehr gute Aufstiegschancen bieten.

Welche Anbieter gibt es?

Die Auswahl an Universitäten und Hochschulen, die den Studiengang Wirtschaftsrecht anbietet ist recht groß. Einige davon sollen an dieser Stelle beispielhaft genannt werden:

  • Hochschule Fresenius
  • FOM Hochschule
  • Internationale Hochschule Bad Honnef
  • Europäische Fachhochschule Hamburg
  • Universität Kassel
  • Universität Osnabrück
  • Hochschule Aschaffenburg
  • Fachhochschule Bielefeld
  • Fachhochschule Köln


Informationen zum Wirtschaftsrecht Studium an der Europäischen Fernhochschule Hamburg

Voraussetzungen

Voraussetzung für ein Studium im Fach Wirtschaftsrecht ist grundsätzlich das Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife. Einige der Universitäten bzw. Hochschulen haben zudem eine Zulassungsbeschränkung (Numerus Clausus). Dieser variiert je nach Hochschule und kann zwischen 2,2 und 2,8 liegen. Wie die Studienplätze vergeben werden, hängt ebenso von der jeweiligen Bildungseinrichtung ab. Während an einigen Universitäten und Hochschulen keine Zulassungsbeschränkung existiert, vergeben andere die Studienplätze nach der Durchschnittsnote, Wartezeit, sowie weiteren bildungsinternen Kriterien.

Die Zulassung zum Master verlangt hingegen ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelorstudium.

Ablauf der Ausbildung/Weiterbildung

Inhalt

Die einzelnen Lerninhalte können vereinzelt je nach Hochschule variieren. Im Allgemeinen werden im Studiengang Wirtschaftsrecht die folgenden Studieninhalte vermittelt:

  • Wirtschaftswissenschaften (BWL, VWL, Rechnungswesen)
  • Mathematik/Statistik
  • Juristische Kenntnisse (Handels- und Steuerrecht, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht,
    Wirtschaftsprivatrecht, Wettbewerbsrecht, Insolvenzrecht etc.)
  • Mergers & Acquisitions
  • Mediation
  • Controlling
  • Spezialisierungen (je nachdem für welchen Bereich man sich interessiert, können ein oder mehrere Schwerpunkte gewählt werden)
  • Fremdsprachen
  • Soft Skills (z.B. Präsentationsfähigkeiten, Rhetorikschulungen etc.)
  • Praktikum
  • Bachelor-Arbeit

Die Gewichtung der einzelnen Inhalte richtet sich ebenso nach der jeweiligen Hochschule. Manche verlangen dabei bis zu 50% rechtliche und 25% wirtschaftswissenschaftliche Inhalte.

Dauer und Kosten

Die Dauer des Studiums richtet sich zum einen danach, ob man einen Bachelor oder Masterabschluss anstrebt, zum anderen danach welche Ausbildungsform gewählt wird. Sowohl bei einem Bachelor, als auch einem Masterstudiengang wird üblicherweise ein Vollzeitstudium absolviert. Ebenso möglich ist der Studiengang Wirtschaftsrecht als berufsbegleitendes Studium, d.h. als Abend- oder Fernstudium. Und schließlich können Studieninteressenten ein so genanntes Duales Studium absolvieren.
Der Bachelorabschluss dauert in der Regel 6-7 Semester. Bei einem anschließenden Master beträgt die Studienzeit zwischen 2 und 4 Semester.
Entscheidet man sich für ein Fernstudium, so werden im Falle eines Abendstudiums die Vorlesungen zumeist bis zu dreimal die Woche stattfinden. Einige Anbieter bieten ebenfalls Blockkurse an, die mehrere Wochen am Stück andauern. In der Regel wird das Abendstudium zwischen 6 und 9 Semestern dauern. Wer sein Fernstudium als Selbststudium ausgestaltet, kann seine Zeit selbst organisieren bzw. einteilen.
Je nachdem an welcher Hochschule man studiert, fallen zusätzlich Studiengebühren an. Diese können bei den staatlichen Universitäten, je nach Bundesland, bis zu 500 Euro betragen, während private Hochschulen noch höhere Gebühren verlangen. Diese können pro Monat bis zu 700 betragen.

Abschluss

Nach Abschluss des Wirtschaftsrecht Studiums erhält man den Titel Wirtschaftsjurist/-in. Je nachdem, ob man das Studium mit einem Bachelor oder Master abschließt, führt man die Berufsbezeichnung Bachelor of Laws (LL.B) bzw. Master of Laws (LL.M).

Ausführliche Beschreibung des Berufes

Tätigkeitsfelder und Aufgaben

Die Tätigkeitsfelder eines Wirtschaftsjuristen richten sich im Wesentlichen danach in welchem Bereich dieser tätig wird.
Beispielhaft werden im nachfolgenden einige der möglichen Einsatzbereiche dargestellt:

  • Personalwesen: Ausarbeitung von Arbeitsverträgen und Betriebsvereinbarungen
  • Bankwesen: Betreuung von Kunden, Abwicklung und Bearbeitung von Krediten
  • Versicherungswesen: Bearbeitung von Schadensfällen und Versicherungsverträgen
  • Finanz-, Rechnugs- und Steuerwesen: Bearbeitung und Anfertigung von Steuererklärungen
    und Prüfung von Steuerbescheiden, Mitwirkung beim externen Rechnungswesen
  • Allgemeine Beratung: Vertragsgestaltung, Erstellung von Gutachten, Mitwirkung an
    Vertragsverhandlungen, und gerichtlichen Auseinandersetzungen, rechtliche und
    betriebswirtschaftliche Beratung

Karriere-Chancen

Da das Wirtschaftsrecht Studium sehr breit gefächert ist, stehen dem Wirtschaftsjuristen viele Möglichkeiten offen. Er kann sich beispielsweise bereits im Studium auf eine bestimmte Branche spezialisieren, oder aber sich alle Türen offen lassen und sich erst nach Abschluss bzw. im Beruf auf einen Bereich festlegen.
Ebenso gefragt sind Wirtschaftsjuristen im Dienstleistungssektor, d.h. sowohl in Steuerberatungs- /Wirtschaftsprüfungsgesellschaften als auch Rechtsanwaltskanzleien bzw. Rechtsabteilungen. Die besten Aufstiegschancen hat man in diesem Zusammenhang sicherlich in größeren Gesellschaften, vor allem bei den Big Four.
Weiterhin kann der Wirtschaftsjurist mit Sicherheit in einem Industrie- oder Handelsunternehmen tätig werden, aber auch Versicherungen, Banken, Unternehmensberatungen oder Immobiliengesellschaften.
Dem Wirtschaftsjuristen stehen damit im Ergebnis viele Möglichkeiten offen. Hinsichtlich der weiteren Weiterbildungsmöglichkeiten besteht für den Wirtschaftsjuristen die Option, unter bestimmten Voraussetzungen, die  Steuerberater Ausbildung, oder die Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer abzulegen.

Gehalt

Das Gehalt eines Wirtschaftsjuristen hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend ist zum einen die Größe der Kanzlei bzw. des Unternehmens in dem man tätig wird, zum anderen die bisherige berufliche Erfahrung, das Alter des Bewerbers oder das Bundesland, in dem man tätig wird. Das durchschnittliche Monatsgehalt eines 25-jährigen Wirtschaftsjuristen liegt bei EUR 3.324. Mit zunehmendem Alter, sowie der entsprechenden Berufserfahrung kann ein Durchschnittsgehalt von rund EUR 4.937, oder sogar höher, erzielt werden.

Betrachtet man die Gehälter in den einzelnen Bundesländern, so schneiden Brandenburg (EUR 5.482), Bayern (EUR 4.007) und Hessen (EUR 3.938) mit Abstand am besten ab.

In einem kleinen Unternehmen mit bis zu 500 Arbeitnehmer kann ein Durchschnittsgehalt von EUR 3.336 erzielt werden, während mittelgroße Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern EUR 3.778 zahlen. Und schließlich beträgt das Durchschnittsgehalt in einem großen Unternehmen (über 1.000 Mitarbeiter) EUR 3.653.

Unterschiede ergeben sich ebenfalls bei den Gehältern von Frauen. Während Letztere im Durchschnitt EUR 3.559 verdienen, kommen Frauen auf ein Durchschnittsgehalt in Höhe von EUR 3.350.

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