Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer

  1. Der Beruf des Wirtschaftsprüfers
  2. Was macht diesen Beruf so interessant?
  3. Welche Anbieter gibt es?
  4. Voraussetzungen um Wirtschaftprüfer zu werden
  5. Ablauf der Ausbildung / Weiterbildung
    1. Inhalt
    2. Wirtschaftsprüfer werden – Dauer und Kosten
    3. Abschluss
  6. Ausführliche Beschreibung des Berufes
    1. Tätigkeitsfelder und Aufgaben
    2. Karriere-Chancen
    3. Gehalt

Der Beruf des Wirtschaftsprüfers

Der Beruf des Wirtschaftsprüfers zählt, neben dem Steuerberater, zu einem der angesehensten Berufe in der Branche. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist die Vorbereitung auf das Wirtschaftsprüferexamen eine zeitintensive und anspruchsvolle Herausforderung, wenn nicht zu sagen ein richtiger Härtetest.

Wer diese Aufgabe erfolgreich gemeistert hat, blickt der Ausübung eines der aussichtsreichsten Berufe entgegen.

Im Berufsalltag eines Wirtschaftsprüfers ist eine Menge Seriosität, Genauigkeit und Fachkenntnis gefragt. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass neben einem großen Verantwortungsbereich, der Wirtschaftprüfer im Zweifelsfall mit seinem Titel und seinem Namen zur Verantwortung gezogen werden kann.

Einzelheiten zum Beruf eines Wirtschaftsprüfers, sowie den einzelnen Weiterbildungsmöglichkeiten sollen im nachfolgenden kurz dargestellt werden.


Guido Moesta – Der Beruf Wirtschaftsprüfer

Was macht diesen Beruf so interessant?

Die Tätigkeitsfelder eines Wirtschaftsprüfers sind sehr interessant und vielseitig. Zwar besteht seine Kerntätigkeit in der Durchführung von Jahresabschlussprüfungen und der Erteilung von Bestätigungsvermerken, jedoch ist das gesamte Berufsbild keinesfalls auf diesen Bereich beschränkt. Vielmehr bietet der Bereich sehr viel mehr abwechslungsreiche und fachlich
anspruchsvolle Aufgaben.

Der Beruf des Wirtschaftsprüfers unterliegt zudem einem schnellen Wandel bzw. einer Weiterentwicklung, sodass jeder Berufsträger im Ergebnis die Möglichkeit hat, sich fachlich ständig weiterzubilden.

Hinzu kommt die Tatsache, dass das Bestehen der Prüfung hervorragende Karriere- bzw. Aufstiegschancen bietet. Dies gilt sowohl aus fachlicher als auch finanzieller Hinsicht. Neben großen Wirtschaftsprüfungskanzleien hat ein Wirtschaftsprüfer ebenso gute Chancen in großen Unternehmen tätig zu werden.

Als Wirtschaftsprüfer kann man im Ergebnis stets von einem zukunftssicheren Beruf ausgehen.

Welche Anbieter gibt es?

Es existieren einige private Anbieter, die Vorbereitungslehrgänge durchführen. Einige davon seien
an dieser Stelle beispielhaft genannt:

  • Steuerfachschule Dr. Endriss
  • IDW Akademie
  • Lehrgangswerk Haas
  • Hemmer/ECONECT
  • Abels-Kallwass-Sitz (AKS)

Die Vorbereitungskurse werden in der Regele als Präsenz-, Crashkurse oder Fernlehrgänge

angeboten. Neben der Vermittlung von theoretischem Fachwissen werden ebenso
Klausurenlehrgänge angeboten, bei denen neben der Klausurtechnik zahlreiche Übungsaufgaben
gelöst werden.

Voraussetzungen um Wirtschaftprüfer zu werden

Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist grundsätzlich ein abgeschlossenes Hochschulstudium und eine mindestens dreijährige einschlägige Berufserfahrung. Wer ein mindestens vierjähriges Hochschulstudium in den Fächern BWL oder VWL absolviert hat, bedarf im Anschluss drei Jahre Berufserfahrung. Wer hingegen weniger als vier Jahre studiert hat, bedarf nach dem Abschluss vier Jahre Berufserfahrung, um zur Prüfung zugelassen zu werden.

Sofern man keinen Hochschulabschluss vorweisen kann, kann die Zulassung über den Nachweis einer zehnjährigen Berufserfahrung in der Wirtschaftsprüfung bzw. eine fünfjährige Berufserfahrung als Steuerberater oder Geprüfter Buchhalter erwirken.

Seit der Einführung des Wirtschaftsprüfungsexamens-Reformgesetzes existiert zudem ein spezieller Masterstudiengang, der explizit auf das Wirtschaftsprüferexamen vorbereitet. Dieser bedarf im Vorfeld ein bereits absolviertes Bachelorstudium im Bereich BWL, sowie mindestens sechs Monate Berufserfahrung im Bereich der Wirtschaftsprüfung. Im Anschluss an den Master kann das Wirtschaftsprüferexamen im Ergebnis ohne weitere Vorbereitung absolviert werden.

Ablauf der Ausbildung / Weiterbildung

Inhalt

Die Lerninhalte sind eng an die Prüfungsinhalte der späteren Prüfung angelehnt und umfassen im Wesentlichen die folgenden Bereiche:

  • Wirtschaftliches Prüfungswesen, Unternehmensbewertung, Berufsrecht: Rechnungslegung,
    Prüfung, Grundzüge und Prüfung der Informationstechnologie, Bewertung von Unternehmen und Unternehmensanteilen
  • Angewandte Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre
  • Wirtschaftsrecht: Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, Handels- und Gesellschaftsrecht, Umwandlungsrecht, Grundzüge des Insolvenz- und Europarechts
  • Steuerrecht: Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, Recht der Steuerarten, insbesondere Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe, Umsatz- und Grunderwerbssteuer, Bewertungsgesetz, Erbschaftsteuer

Das Wirtschaftsprüferexamen besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die einzelnen Prüfungsinhalte sind in der so genannten Wirtschaftsprüferprüfungsverordnung (WiPrPrüfV) festgelegt. Die schriftliche Prüfung besteht aus sieben sechsstündigen Prüfungsklausuren. Hierbei muss eine bestimmte Durchschnittsnote erzielt werden, um zur mündlichen Prüfung zugelassen zu werden. Diese besteht aus einem zehnminütigem Vortrag und einer anschließenden fachlichen Fragerunde.

Hat man das Wirtschaftsprüferexamen erfolgreich gemeistert, bedarf es im nächsten Schritt einer offiziellen Bestellung durch die zuständige Wirtschaftsprüferkammer. Erst nachdem diese erfolgt ist, kann der Kandidat als Wirtschaftsprüfer/-in tätig werden, bzw. den Titel Wirtschaftsprüfer/-in tragen.

Wirtschaftsprüfer werden – Dauer und Kosten

Die Dauer, sowie die Kosten der Ausbildung variieren je nach Anbieter, sowie gewählte Ausbildungsform. Neben den Vorbereitungskursen ist eine Zulassungsgebühr in Höhe von EUR 500, sowie eine Prüfungsgebühr in Höhe von EUR 3.000 zu zahlen (§ 14a WPO).
Für die Vorbereitungskurse ist mit Kosten von bis zu EUR 6.000 zu rechnen. Die Vollzeitkurse dauern in der Regel bis zu 8 Monate, abgehalten werden diese in kleinen Blöcken, sodass dazwischen mehrere Wochen für das Selbststudium verbleiben. Bei den Klausurenkursen werden zumeist bis zu 60 Klausuren geschrieben, die von den Prüflingen jeweils zur Korrektur eingeschickt werden. Im Ergebnis kann die gesamte Vorbereitung bis zu einem Jahr dauern.

Abschluss

Abgelegt wird die Prüfung vor der jeweils zuständigen Wirtschaftsprüferkammer.
Nach erfolgreich abgelegter Prüfung bzw. Bestellung trägt man den Titel Wirtschaftsprüfer/-in.

Ausführliche Beschreibung des Berufes

Tätigkeitsfelder und Aufgaben

Allgemein ist die Tätigkeit eines Wirtschaftsprüfers im § 2 der Wirtschaftsprüferordnung festgelegt. Demnach liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit eines Wirtschaftsprüfers in der Durchführung von Jahresabschlussprüfungen, betriebswirtschaftlichen Prüfungen, sowie der Erteilung von Bestätigungsvermerken über die Vornahme und das Ergebnis dieser Prüfungen. Im Einzelnen umfasst die Tätigkeit eines Wirtschaftsprüfers die folgenden Aufgabengebiete:

  • Prüfungstätigkeit: freiwillige und gesetzliche Jahresabschlussprüfungen, Sonderprüfungen, Due-Dilligence- und Kreditwürdigkeitsprüfungen, Verschmelzungsprüfungen etc.
  • Unternehmensberatung: Begleitung von Unternehmenstransaktionen (Fusionen & Übernahmen)
  • Gutachter-/Sachverständigentätigkeit: Unternehmensbewertung, Festlegung von Abfindungen etc.
  • Treuhänderische Verwaltung: Vermögens-, Nachlass-, und Konkursverwaltung, bis hin zur Testamentsvollsteckung

Karriere-Chancen

Üblicherweise sind Wirtschaftsprüfer in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft angestellt. Die größten Karrierechancen bestehen dabei sicherlich in einer der Big Four Gesellschaft.
Unternehmensintern bestehen Aufstiegsmöglichkeiten zum Manager und Partner, wobei die Position eines Partners in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Abstand die höchste Karrierestufe in der Branche darstellt. Sowohl als Manager als auch als Partner übernimmt man, neben der klassischen Mandatsbetreuung, immer mehr Aquiseaufgaben, hat aber gleichzeitig unternehmensintern immer mehr Personalverantwortung.

Wie auch bei der Steuerberater Ausbildung, besteht für den Wirtschaftsprüfer die Möglichkeit sich nach erfolgreich bestandener Prüfung bzw. im Verlauf seiner weiteren Karriere selbstständig zu machen. Und schließlich werden ebenso in der Industrie laufend Wirtschaftsprüfer gesucht.

Gehalt

Das Gehalt eines Wirtschaftsprüfers hängt im Ergebnis davon ab, in welcher Branche man tätig ist, aber auch wie viel Berufserfahrung jemand bereits hat. Als frischgebackener Wirtschaftsprüfer wird man sicherlich ein etwas geringeres Gehalt erzielen als jemand der als Wirtschaftsprüfer in der Position eines Managers oder gar Partners tätig ist. d.h. Die Verdienstmöglichkeiten variieren je nach Berufserfahrung, Aufgaben- und Verantwortungsbereich. Insbesondere größere Unternehmen bzw. Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bieten neben einem fixen Grundgehalt variable Bezüge in Form von Boni oder Prämien.

Das durchschnittliche Gehalt eines Wirtschaftsprüfers in einem Unternehmen, das weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigt liegt bei EUR 55.000. In mittelständischen Unternehmen, die bis zu 1.000 Mitarbeiter beschäftigen, kann ein Durchschnittsgehalt in Höhe von EUR 60.000 erzielt werden.
Größere Unternehmen (Mitarbeiterzahl über 1.000) zahlen im Durchschnitt EUR 67.000.

Am höchsten werden die Gehälter sicherlich in den Big Four Gesellschaten ausfallen. Dort können, je nach Karrierestufe Gehälter von bis zu EUR 87.000 oder höher erzielt werden. So sind auch Gehälter im sechsstelligen Bereich, vor allem in größeren Unternehmen, nicht unüblich.

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