Weiterbildungsmöglichkeiten Steuerfachwirt/in

  1. Voraussetzungen für eine Weiterbildung als Steuerfachwirt
  2. Formen der Weiterbildung
    1. Vollzeitstudium
    2. Teilzeitstudium
    3. Fernlehrgang
  3. Anbieter einer Steuerfachwirt Ausbildung
  4. Fazit

Der Beruf des Steuerfachwirtes ist in Deutschland sehr angesehen. Einzuordnen ist dieser grob zwischen einem Steuerfachangestellten und dem Steuerberater. Das typische Aufgabengebiet eines
Steuerfachangestellten umfasst unter anderem die Bereiche Steuererklärungen, Jahresabschlüsse, aber auch Lohn- und Finanzbuchhaltungen. Er kann aber gleichzeitig die Korrespondenz mit dem Mandanten und den Finanzämtern übernehmen, sowie ebenso Rechtsbehelfsverfahren leiten. Damit kommen auf den Steuerfachwirten hohe fachliche und personelle Anforderungen zu, die fundierte Fachkenntnisse erfordern. Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist die Ausbildung zum Steuerfachangestellten sehr umfangreich und anspruchsvoll.
Die einzelnen Weiterbildungsmöglichkeiten zum Steuerfachwirt/in sollen im nachfolgenden im Detail vorgestellt werden.

Voraussetzungen für eine Weiterbildung als Steuerfachwirt

Bevor die einzelnen Weiterbildungsmöglichkeiten dargestellt werden, soll an dieser Stelle kurz auf die allgemeinen Voraussetzungen für den Titel eines Steuerfachwirtes/in eingegangen werden.
Allgemein erfordert die  Steuerfachwirt Weiterbildung die vorherige, erfolgreiche absolvierte Prüfung zum Steuerfachangestellten. Daneben muss der Kandidat eine einschlägige praktische Erfahrung nachweisen, die in der Regel mindestens drei Jahre betragen muss. Alternativ werden statt der Prüfung zum Steuerfachangestellten auch andere abgeschlossene Ausbildungen anerkannt, so z.B. eine Ausbildung als Industriekaufmann/-frau, Bankkaufmann/-frau, Rechtsanwaltsfachangestellte/r oder auch als Groß- oder Außenhandelskaufmann/-frau. Die letztgenannten Ausbildungen erfordern jedoch eine mindestens achtjährige einschlägige berufliche Erfahrung.
Die Prüfung zum Steuerfachwirt/in wird, anders als bei einem Steuerfachangestellten, vor der regionalen Steuerberaterkammer abgelegt. Die einzelnen Prüfungsinhalte sind vergleichbar mit dem Lernstoff der angehenden Steuerberater.
So sind im Rahmen der Weiterbildung zum Steuerfachwirten neben fundierten Kenntnissen des Steuerrechts auch Grundzüge des Rechnungswesens, der Betriebswirtschaft, sowie des Wirtschaftsrechts gefragt.
Auf dem Gebiet des Steuerrechts werden insbesondere die Steuerarten Einkommens-, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer aber auch die Bereiche Erbschaftsteuer, Abgabenordnung und Bewertungsrecht abgefragt.
Im Bereich des Wirtschaftsrecht werden insbesondere das Handelsrecht, sowie das Bürgerliche Recht gefragt sein. Ebenso wichtig sind aber die Kenntnisse des Gesellschaftsrechts, sowie des Steuerberaterrechts. Und schließlich umfassen die Fachgebiete Rechnungswesen und Betriebswirtschaft die Themen Buchführung, Jahresabschlüsse (sowohl nach Handels- als auch Steuerrecht), Jahresabschlussanalyse und Finanzierung, wobei letztere eher von untergeordneter Bedeutung sind.

Formen der Weiterbildung

Dem angehenden Steuerfachwirt/in stehen grundsätzlich mehrere Optionen zur Ausgestaltung seiner Weiterbildung zur Verfügung. Je nach Ausbildungsform kann die Vorbereitungszeit unterschiedlich lange ausfallen.

Vollzeitstudium

Das Vollzeitstudium ist nichts anderes als ein Tageslehrgang. Dieser wird in der Regel 2 Monate dauern. Diese Art der Vorbereitung ist zwar kurz, jedoch sehr intensiv, da der gesamte Lernstoff innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne erlernt werden muss. Dieser eignet sich demnach insbesondere für jene, die die Lernphase möglichst kurz halten wollen, jedoch alle Inhalte abdecken möchten. Ein Vollzeitstudium wird in der Regel von montags bis freitags jeweils bis zum Nachmittag andauern, sodass die Zeit danach und am Wochenende optimalerweise dazu genutzt werden kann, die einzelnen Gebiete aufzuarbeiten und zu wiederholen bzw. zusätzliche Aufgaben zu lösen. Im Ergebnis wird ein Vollzeitstudium keinesfalls das Selbststudium zu Hause ersetzen, es legt aber mit Sicherheit den ersten Meilenstein für das Bestehen der Prüfung.

Teilzeitstudium

Das Teilzeitstudium richtet sich vor allem an Berufstätige und jene, die keinen Vollzeitlehrgang belegen möchten. Hierbei bestehen zumeist zwei Optionen. Zum einen kann der Lehrgang während der Woche (zwei mal pro Woche) in den Abendstunden stattfinden, oder aber am Wochenende, so z.B. im Rahmen eines Samstagskurses. Im Ergebnis sollten für diese Art der Vorbereitung 12 bis 18 Monate eingeplant werden.

Fernlehrgang

Ein Fernstudium wird in der Regel ebenfalls 12-18 Monate dauern. Die einzelnen Lerninhalte werden per Post oder auf elektronischem Wege zugeschickt. Zusätzlich besteht, je nach Anbieter, die Möglichkeit, kurze Präsenzkurse zu belegen. Diese Art des Studiums eignet sich insbesondere für diejenigen, die ein hohes Maß an Selbstdisziplin haben und ihre Zeit effektiv und sinnvoll einteilen können. Neben einem intensiven Selbststudium ist damit vor allem viel Selbstorganisation gefragt.

Anbieter einer Steuerfachwirt Ausbildung

Es existiert eine Vielzahl an privaten Anbietern, die eine Reihe von Vorbereitungskursen durchführen. Wer sich im Zweifel nicht ganz sicher ist bzw. sich nicht entscheiden kann, sollte sich ausgiebig im Internet informieren oder am besten mit Arbeitskollegen oder Bekannten sprechen, die bereits einen solchen Kurs absolviert haben. Einige der bekanntesten Anbieter sind in diesem Zusammenhang:

  • Fachschule Dr. Endriss: die Steuerfachschule ist wohl mit Abstand der bekannteste Anbieter von Vorbereitungs- bzw. Weiterbildungskursen auf dem Bereich der Steuern. Die Fachschule genießt einen sehr guten Ruf, der Lernstoff ist professionell aufbereitet, die Dozenten höchst qualifiziert.
  • Steuerrechtsinstitut Knoll: ebenfalls sehr bekannt ist das Institut Knoll. Neben den Vorbereitungskursen zur Steuerberaterprüfung bietet dieses eine Vielzahl an weiteren Weiterbildungen an, so auch zum Steuerfachwirten.
  • Lehrgangswerk Haas: Das Lehrgangswerk Haas bietet sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitund Fernstudiengänge an. Dieser ist seit mehreren Jahren auf dem Markt und zählt ebenfalls zu einem der besten und bekanntesten Anbieter.
  • GFS Steuer- und Wirtschaftsfachschule: Die GFS unterhält insgesamt vier Standorte in Deutschland und bietet, analog dem Lehrgangswerk, sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkurse an.

Wer lediglich an einem Wochenendkurs interessiert ist, kann beim Bremer Steuer-Institut oder bei der LSWB Akademie anfragen, da beide ausschließlich Wochenendlehrgänge anbieten. Für einen Fernlehrgang kommt schließlich die Fernakademie für Erwachsenenbildung in Frage.

Fazit

Die Weiterbildung zu einem Steuerfachwirt/in ist durchaus beliebt, unterliegt aber, ähnlich wie die Steuerberaterprüfung, sehr strengen Anforderungen. Je nach Lerntyp und/oder persönlichen Präferenzen kann die Vorbereitung unterschiedlich ausgestaltet werden. Sei es im Rahmen eines Vollzeit, Teilzeit oder Fernstudiums. Die einzelnen Details wurden weiter oben dargelegt. Auch diese Prüfung erfordert viel Zeit und ist sehr kostspielig. Sie eröffnet jedoch auch sehr gute berufliche Perspektiven, da dieser Beruf in der Branche sehr gefragt ist. Wem dies immer noch nicht ausreicht, kann im Anschluss eine Steuerberater Ausbildung angehen. Viele der erlernten Inhalte werden in diesem Falle mit Sicherheit nicht mehr neu sein.

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