Berufliche Fortbildung zum Notarfachwirt

  1. Der Beruf des Notarfachwirt
  2. Was macht diesen Beruf so interessant?
  3. Welche Anbieter gibt es?
  4. Voraussetzungen
  5. Ablauf der Ausbildung/Weiterbildung
    1. Inhalt
    2. Dauer und Kosten
    3. Abschluss
  6. Ausführliche Beschreibung des Berufes
    1. Tätigkeitsfelder und Aufgaben
    2. Karriere-Chancen
    3. Gehalt

Der Beruf des Notarfachwirt

Der Beruf des Notarfachwirten, oder auch Fachwirt(-in) Notariat genannt, ist in den Bereich einer Rechtsanwaltskanzlei oder eines Notarbüros anzusiedeln.

Die Aufgaben eines Notarfachwirten können in zwei Bereiche eingeteilt werden. Zum einen übernimmt dieser Kanzlei- bzw. bürointerne Organisations- und Verwaltungsaufgaben, zum anderen erledigt dieser als Sachbearbeiter zahlreiche Aufgaben im notariellen Bereich.

Nähere Informationen zum Beruf eines Notarfachwirten, sowie die einzelnen Weiterbildungsmöglichkeiten finden sich in den nachfolgenden Ausführungen.

Was macht diesen Beruf so interessant?

Der Beruf des Notarfachwirten ist sehr vielseitig, da dieser nicht nur reine Büroaufgaben übernimmt, sondern, als qualifizierter Sachbearbeiter, auch fachliche Sachverhalte beurteilt und bearbeitet. D.h. neben der gesamten Kanzleiverwaltung fungiert der Notarfachwirt als Ansprechpartner in notariellen Angelegenheiten. Er bearbeitet fachliche Fragen und übernimmt in Einzelfällen die Betreuung der Mandanten.

Im Verlauf seiner beruflichen Laufbahn hat dieser damit die Möglichkeit sich auf den Bereich der Organisation und Verwaltung oder aber die Sachbearbeitung zu spezialisieren. Und nicht zuletzt kann er ebenso weitere Weiterbildungen bzw. berufliche Qualifikationen anstreben.

Im Ergebnis kann der Notarfachwirt als die rechte Hand des Notars bezeichnet werden.

Welche Anbieter gibt es?

Die Anzahl der privaten Anbieter, die Vorbereitungskurse anbieten, ist relativ gering. Es bestehen jedoch anderweitige Möglichkeiten, sich für die Prüfung zum Notarfachwirt vorzubereiten. Es existieren einige wenige Bildungseinrichtungen, die solche Vorbereitungslehrgänge durchführen. Eine davon ist die Akademie für Notarfachwirte. Diese bietet einen halbtägigen Samstagskurs an, der je nach Standort, jeweils im Februar, Mai oder Oktober eines Jahres beginnt.

Alternativ dazu bietet der RENO Bundesverband einen Vorbereitungskurs an, der im Anschluss das Ablegen der Prüfung ermöglicht. Der Kurs wird dabei in vier Unterrichtsblöcke unterteilt und dauert ca. 1,5 Jahre. Die Unterrichtseinheiten werden im Rahmen eines Präsenzkurses in zweiwöchigen Blöcken abgehalten.

Und schließlich kann an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin ein dreisemestriges Fernstudium zur Vorbereitung auf die Prüfung absolviert werden.

Voraussetzungen

Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist grundsätzlich eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Rechtsanwalts- oder Notarfachangestellten, sowie eine dreijährige einschlägige Berufserfahrung. Alternativ reicht auch eine Berufsausbildung zum Rechtsanwalts oder Notarfachgehilfen, einschließlich einer dreijährigen Berufserfahrung, aus.

Wer die eben genannten Voraussetzungen nicht erfüllt kann mit einer sechsjährigen Berufserfahrung im Notariat ebenfalls zur Prüfung zugelassen werden.

Ablauf der Ausbildung/Weiterbildung

Inhalt

Die einzelnen Inhalte der Weiterbildung sind eng an die in den jeweiligen Prüfungsordnungen festgelegten Prüfungsinhalte angelehnt und umfassen im Einzelnen die folgenden Gebiete:
– Bürgerliches Rechts
– Familien- und Erbrecht, inklusive Grundzüge des Internationalen Privatrechts und des Rechts der
Freiwilligen Gerichtsbarkeit
– Liegenschafts- und Grundbuchrecht
– Handels- und Gesellschaftsrecht inklusive Registerrecht
– Kosten- und Gebührenrecht
– Beurkundungsrecht
– Zwangsvollstreckung in der notariellen Praxis
– Büroorganisation, Büroverwaltung
– Personalwirtschaft und Mandantenbetreuung

Die Prüfung zum Notarfachwirten besteht aus einer zweistündigen Klausur auf dem Gebiet des Handels- und Gesellschaftsrechts, sowie einer vierstündigen Klausur aus den Bereichen Bürgerliches Recht, Familien- und Erbrecht, sowie des Kosten- und Gebührenrechts. Im Anschluss daran findet eine mündliche Prüfung im Umfang von maximal 60 Minuten statt.

Dauer und Kosten

Die Dauer, sowie die Kosten der Weiterbildung hängen im Ergebnis davon ab, welchen Vorbereitungskurs man wählt. Im Ergebnis ist für die Weiterbildung zum Notarfachwirt mit einer Vorbereitungszeit zwischen 1 bis 2 Jahren zu rechnen. In der Regel werden die Weiterbildungen zum Notarfachwirten als Teilzeit- oder Fernkurse angeboten.
Die Gesamtkosten der Weiterbildung liegen zwischen EUR 2.600 und 3.300. Hinzu kommen weiterhin die Prüfungsgebühren der jeweiligen Kammer, die knapp EUR 250 betragen.

Abschluss

Abgeschlossen wir die Ausbildung bzw. Weiterbildung mit dem Titel Notarfachwirt(-in) bzw. Notariatsfachwirt(-in) oder auch Geprüfter Notarfachwirt(-in). Zuständig für die Prüfung sind die jeweiligen Rechtsanwalts- und Notarkammern, sowie die Ländernotarkassen. Diese erlassen die Prüfungsvorschriften und führen ebenso die Prüfung zum Notarfachwirt durch.

Ausführliche Beschreibung des Berufes

Tätigkeitsfelder und Aufgaben

Der Steuerfachwirt übernimmt zum einen verwaltende und organisatorische Aufgaben, erledigt aber gleichzeitig als Sachbearbeiter notarielle Angelegenheiten. Die Tätigkeiten eines Notarfachwirts können im Einzelnen die folgenden Aufgaben umfassen:

– Bearbeitung von Grundbuchangelegenheiten
– Beantragung von Grundbucheintragungen
– Bearbeitung von Anträgen an das Nachlassgericht (z.B. zur Erteilung eines Erbscheins oder der
Eröffnung einer letztwilligen Verfügung)
– Mandantenbetreuung (aufgrund seiner Fachkenntnis kann der Notarfachwirt stellenweise
Auskünfte zu notariellen Fragen erteilen)
– Verwaltung und Organisationstätigkeiten (Terminplanung, Aktenverwaltung, Korrespondenz)

Karriere-Chancen

Üblicherweise können Notarfachwirte in Rechtsanwaltskanzleien oder in Notariaten tätig sein. Aufgrund der, im Vergleich zu einem Notarfachangestellten, höheren fachlichen Qualifikation haben Notarfachwirte sowohl bessere Chancen eine Stelle zu finden, als auch höhere Aufstiegsmöglichkeiten.
In diesem Zusammenhang kann der Notarfachwirt nach einigen Jahren Berufserfahrung eine leitende Position übernehmen. Wer hingegen eine weitere berufliche Qualifikation anstrebt, kann im Anschluss eine Weiterbildung zum Rechtsfachwirt oder zum Betriebswirt für Recht absolvieren.

Gehalt

Das Gehalt eines Notarfachwirts hängt sicherlich von vielen Faktoren ab. Entscheidend ist zum einen das Alter, das Geschlecht und die bisherige Berufserfahrung, zum anderen die Größe der Kanzlei, das jeweilige Bundesland, in dem dieser tätig ist. Bundesweit liegt das durchschnittliche Monatsgehalt eines Notarfachwirten bei EUR 2.500. Er verdient damit mehr als ein Notarfachangestellter, bleibt aber beispielsweise hinter einem Steuerfachwirt zurück. Je nachdem wo der Notarfachwirt arbeitet kann jedoch ein monatliches Bruttogehalt von bis zu EUR 2.800 erzielt werden.

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