Voraussetzungen für eine Zulassung zur Steuerberaterprüfung

  1. Das Hochschulstudium als Voraussetzung für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung
  2. Die Berufsausbildung
  3. Nachweis der praktischen Tätigkeit
  4. Persönliche Voraussetzungen
  5. Kosten der Steuerberaterprüfung

Um als Steuerberater tätig zu sein und den Titel führen zu dürfen, muss die Steuerberaterprüfung vor der zuständigen Steuerberaterkammer abgelegt werden.
Im Anschluss daran erfolgt dann die Bestellung zum Steuerberater. Die Voraussetzungen um zur Steuerberaterprüfung zugelassen zu werden sind im Steuerberatungsgesetz geregelt.
Überwiegend sind es zwei Wege die Zulassungsvoraussetzungen zu erfüllen und die Prüfung abzulegen: Berufsausbildung oder Hochschulstudium.
Neben der bundeseinheitlichen Prüfung ist beiden Varianten gemein, dass in jedem Fall praktische Tätigkeiten in einem steuerberatenden Beruf nachgewiesen werden müssen.
Allerdings variiert die Dauer je nach Ausbildungsweg zwischen zwei und zehn Jahren.

Das Hochschulstudium als Voraussetzung für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung

Um über das Hochschulstudium die Prüfungszulassung zu bekommen, muss der erfolgreiche Abschluss eines rechtswissenschaftlichen oder wirtschaftswissenschaftlichen Studienganges nachgewiesen werden. Welche Studiengänge für die Prüfung anerkannt werden, ist in § 36 Abs. 1 StBG geregelt.

Abhängig von der Dauer des Studiums sind die Anzahl der Jahre der praktischen Tätigkeit gestaffelt.

Bei einer Regelstudienzeit von mindestens vier Jahren muss im Anschluss eine praktische Tätigkeit von zwei Jahren auf dem Gebiet der Steuerberatung nachgewiesen werden. Ist die Regelstudienzeit kürzer als vier Jahre sind mindestens drei Jahre entsprechender Praxiserfahrung notwendig.

Die Berufsausbildung

Hier ist der erste Schritt eine anerkannte Berufsausbildung, wie z. B. Steuerfachangestellter oder eine gleichwertige kaufmännische Ausbildung.
Auch hier ist im StBG geregelt, welche Ausbildungsberufe dafür anerkannt werden.
Nach erfolgreichem Abschluss der Lehre müssen im Gegensatz zum Studium hier bis zu zehn Jahren Praxistätigkeit nachgewiesen werden.
Wer im Anschluss an die Ausbildung die Fortbildung zum Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter nachweisen kann, benötigt dann nur noch sieben Jahre Praxis.

Nachweis der praktischen Tätigkeit

Die praktische Tätigkeit muss die Kernaufgaben des Steuerberatenden Berufes abdecken. D. h. neben Steuererklärungen, Buchführung und Lohnabrechnungen vornehmlich auch die Erstellung von Jahresabschlüssen und alle damit im Zusammenhang stehenden Tätigkeiten.
Damit die Berufstätigkeit angerechnet werden kann, sollte man jedoch verschiedene Punkte beachten, damit es bei der Anmeldung zur Prüfung nicht zu unliebsamen Überraschungen kommt, weil verschieden Zeiten vielleicht doch nicht zählen.
Die Tätigkeit muss sich auf von Bundes- oder Landesbehörden verwaltende Steuern beziehen. Wer bei einem Steuerberater oder einem Wirtschaftsprüfer tätig ist, ist hier schon mal auf der sicheren Seite.
Die Tätigkeit muss nicht ununterbrochen am Stück erfolgen, sondern die tatsächlichen Zeiten werden addiert.
Eine Vollzeittätigkeit ist nicht zwingend erforderlich, eine Mindestarbeitszeit von 16 Wochenstunden jedoch Voraussetzung. Eine „Umverteilung“ der Wochenstunden auf einen längeren Zeitraum ist nicht möglich. Die Variante „zwei Jahre mit acht Wochenstunden ergibt gleich ein Jahr mit 16 Wochenstunden“ funktioniert also definitiv nicht.
Auch bei den „Fehlzeiten“ gibt es Unterschiede. Während beispielsweise Mutterschutzfrist und gesetzlicher Wehrdienst angerechnet werden, gilt dies für Elternzeit und längere Krankheiten nicht. Auch unbezahlter Urlaub oder eine selbstständige Tätigkeit, bei der man nicht direkt mit einem oder für einen Steuerberater tätig ist, wird nicht angerechnet.
Wer also die Zulassung und die Prüfung so schnell wie möglich machen möchte, sollte im Vorhinein genau rechnen, ob alle benötigten Zeiten nachgewiesen und anrechenbar sind.

Persönliche Voraussetzungen

Nicht nur das fachliche Knowhow ist für die Steuerberaterprüfung entscheidend, sondern auch bestimmte persönliche Bedingungen müssen erfüllt werden. Die haben zwar keine unmittelbare Wirkung auf die eigentliche Prüfung, sind aber für die anschließende Bestellung zum Steuerberater von Bedeutung.
So muss ein angehender Steuerberater über einen festen Wohnsitz verfügen und in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen leben (hier würde z. B. ein laufendes Insolvenzverfahren gegen die Bestellung sprechen). Auch Vorstrafen und Vermerke im polizeilichen Führungszeugnis führen zur Ablehnung der Bestellung.

Kosten der Steuerberaterprüfung

Last but not least sind auch die Kosten für die Steuerberaterprüfung ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Sowohl die Prüfung vor der Steuerberaterkammer als auch der Bestellungsantrag sind kostenpflichtig. Die Kosten für den Antrag liegen im Schnitt bei 200,00 EUR, die Prüfungsgebühren bei rund 1.000,00 EUR.
Doch die eigentlichen Kosten der Prüfung liegen in der Vorbereitung.
Die Kurse zur Vorbereitung auf die Prüfung, Lernmaterial und die entsprechende Fachliteratur können spielend einen mittleren, vierstelligen Eurobetrag erreichen.
Unterschiede machen hier zum einen die Form der Kurse und zum anderen die finanzielle und berufliche Situation jedes Einzelnen.
Fernkurse sind in der Regel preiswerter als Präsenzkurse, allerdings sollte man zuvor auch gut überlegen, welche Form für einen persönlich sinnvoll ist. Denn ein preiswerterer Fernkurs ist „rausgeschmissenes Geld“ wenn einem diese Form des Lernens nicht liegt und so nicht wirklich gut auf die Prüfung vorbereitet.

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