Steuerberaterprüfung – Fördermaßnahme und Unterstützung vom Arbeitgeber

Die Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung ist nicht nur zeitaufwendig, sie ist auch sehr kostspielig. Neben den Vorbereitungslehrgängen erhebt die Bundessteuerberaterkammer Anmelde und Prüfungsgebühren, sodass die gesamte Prüfung im Ergebnis mindestens EUR 10.000 kosten wird.
Die Bearbeitungsgebühr für die Zulassung zur Prüfung beträgt EUR 200. Daneben wird eine Prüfungsgebühr in Höhe von EUR 1.000 fällig.
Wer, neben seinem Erspartem, nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten sucht, dem sollen die nachfolgenden Ausführungen eine erste Hilfestellung bieten.

Staatliche Förderung

Die wohl bekannteste Alternative einer staatlichen Förderung ist die so genannte Bildungsprämie. Hierbei übernimmt der Staat die Hälfte der Prüfungsgebühr, maximal jedoch EUR 500. Hierzu sind einige Voraussetzungen zu erfüllen, so z.B. ein Mindestalter von 25 Jahren, ein jährlicher Mindestverdienst von EUR 20.000, sowie ein persönliches Beratungsgespräch. Alternativ dazu bieten die einzelnen Bundesländer ebenso regionale Förderungen an. Diese können je nach Bundesland bis zu EUR 2.000 betragen. Weitere Infos können beispielsweise im Internet oder bei dem jeweiligen Lehrgangsanbieter eingeholt werden.

Unterstützung durch den Arbeitgeber

Für die Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung bedarf es nicht nur viel Geld, sondern auch einer Freistellung von der Arbeit. Dies gilt natürlich nur für jene, die eine Vollzeitvorbereitung oder ein Selbststudium wählen. Dies kann entweder durch bezahlten Urlaub erfolgen, sofern man diesen über die Jahre angespart hat, oder aber im Zweifel durch unbezahlten Urlaub. In diesem Zusammenhang erlauben es viele Arbeitgeber seinen Urlaub über mehrere Jahre hinweg anzusparen, da das Absolvieren des Examens auch in ihrem Interesse liegt.
Viele Arbeitgeber unterstützen den Weg zur Steuerberaterprüfung auf unterschiedlichste Art und Weise. Sehr häufig gewähren sie einen Zuschuss in Höhe von mehreren tausend Euro. In vielen Fällen wird man sich im Gegenzug dazu verpflichten müssen, nach der erfolgreich absolvierten Prüfung ein oder zwei Jahre für den Arbeitgeber tätig zu sein. Kann man diese Voraussetzung im Nachhinein nicht erfüllen, muss der Zuschuss bei vielen Unternehmen teilweise zurückgezahlt werden (so z.B. bei den Big Four Gesellschaften).
Eine weitere Alternative ist die Gewährung eines Bonus, sobald man die Prüfung erfolgreich absolviert hat.
Viele Arbeitgeber bieten weiterhin zusätzliche, bezahlte Urlaubstage an. Dies gilt sowohl für die Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung als auch im Rahmen der mündlichen Vorbereitung (die zumeist wesentlich kürzer ist). Dieser Zusatzurlaub ist sehr kostbar, da ein unbezahlter Urlaub in der Freistellungsphase entgangenes Einkommen darstellt.

Selbstfinanzierung

Wer bereits im Vorfeld zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn das Steuerberaterexamen anstrebt, kann zeitnah einen Teil seines Gehalts beiseite legen. Neben der Anmelde- und Prüfungsgebühr wird der Großteil der Kosten für die Lehrgangsgebühren anfallen. Insgesamt sollte man im Ergebnis mit Kosten zwischen EUR 10.000-15.000 rechnen. Wer die Prüfung vollständig aus eigener Tasche zahlen will, sollte zeitnah Geld beiseite legen.

Fazit

Das Steuerberaterexamen stellt einen riesigen Kostenblock dar. Es existieren jedoch einige wenige Förderungsmöglichkeiten, um die finanzielle Belastung etwas abzumildern. Neben einem Antrag auf die staatliche Bildungsprämie oder eine regionale Förderung sollte jeder ein Gespräch mit seinem Arbeitgeber führen, und hierbei die ein oder andere Option aushandeln. Dessen ungeachtet können die Kosten bekanntlich als Werbungskosten im Rahmen der persönlichen Einkommensteuererklärung abgesetzt werden.

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