Steuerberatung studieren

Das Steuerberater Studium als Qualifikation

  1. Welche Studiengänge kommen in Frage?
  2. Spezielle Studienangebote
    1. Bachelorstudium
    2. Master
  3. Zulassungsvoraussetzungen
  4. Fazit

Strebt man eine Karriere als Steuerberater an, so ist als erste Hürde die Steuerberaterprüfung zu absolvieren.

Um zunächst die Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfung zu erfüllen, bedarf es einer gewissen Vorbildung. Diese kann entweder auf akademischem Wege durch ein Studium, eine Ausbildung oder über den Finanzverwaltungsweg bestritten werden. Entscheidet man sich für ein Steuerberater Studium, stellt sich im nächsten Schritt die Frage, welche Studiengänge angeboten und am besten geeignet sind.

Der Wahl des passenden Studienganges sollte hierbei besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, da, sofern man es anstrebt, die Prüfung später abzulegen, eine starke Anlehnung an die allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen der Bundessteuerberaterkammer erfolgen sollte.

Für die Zulassung zur Prüfung als Steuerberater wird demnach als „Vorstufe“ ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium, oder ein Hochschulstudium mit einer wirtschaftswissenschaftlichen Fachrichtung verlangt. Bei Diplomstudiengängen umfasst dies eine Regelstudienzeit von mindestens vier, bei einem Bachelorstudiengang mindestens drei Jahren.

Welche Studiengänge kommen in Frage?

  • Geeignete Studiengänge sind in diesem Zusammenhang vor allem:
  • Volkswirtschaftslehre
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Jura, sowie Wirtschaftsrecht
  • im Falle eines Hochschulstudiums beispielsweise Wirtschaftsingenieur.

Neben den oben aufgeführten allgemeinen Studiengängen, bieten zahlreiche Universitäten und Hochschulen spezialisierte Studienangebote an, die schwerpunktmäßig die Bereiche Steuern, Steuerlehre oder Steuerberatung im Fokus haben. Eine Vertiefung im Bereich Steuern ist zwar nicht erforderlich, da gemäß den oben genannten Zulassungsvoraussetzungen lediglich ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium verlangt wird. Es bietet sich jedoch an, eine solche auszuwählen, da dies im Hinblick auf die Vorbereitung zur Prüfung hilfreich sein kann, bzw. den Einstieg erleichtert.

Spezielle Studienangebote

Bachelorstudium

Ob man sich nicht ganz sicher ist, nach dem Studium im Bereich Steuern tätig sein zu wollen oder aber während des Bachelor Studienganges seine Vorliebe für Steuern entdeckt, in beiden Fällen kann und sollte je nach Hochschule bzw. Universität eine Vertiefung in dem entsprechenden Bereich gewählt werden. Gleiches gilt natürlich, sofern man die spätere Teilnahme an der Steuerberaterprüfung anstrebt.

Gängige Bezeichnungen solcher Bachelorstudiengänge sind beispielhaft der Bachelor of Arts oder Bachelor of Science.

Folgende Universitäten und Hochschulen bieten einen Bachelor in BWL, mit Schwerpunkt Steuern, Rechnungswesen und Finanzen, an:

  • Uni Potsdam (Vertiefung Steuern)
  • Uni Göttingen (Vertiefung Steuern, Rechnungswesen)
  • Hochschulen: München (BWL und Steuerfachangestellte) Niederrhein (Steuern und Wirtschaftsprüfung , Pforzheim (Steuern und Wirtschaftsprüfung).

Daneben gibt es zahlreiche Fachhochschulen, die ähnliche Spezialisierungen anbieten, so z.B. Fachhochschule Erfurt und Düsseldorf.

Bevor man sich für eine der Einrichtungen entscheidet, kann vorab bei der Steuerberaterkammer angefragt werden, ob die entsprechenden Studieninhalte für die spätere Zulassung angemessen sind.

Wählt man dagegen einen Bachelor in BWL oder VWL, kann die Vertiefung durch einen anschließenden Master nachgeholt werden.

Neben dem „Vollzeit“ Bachelor besteht weiterhin die Möglichkeit ein duales Bachelorstudium zum Steuerberater zu absolvieren. Die Studieninhalte bestehen dabei aus Theorie (an der entsprechenden Einrichtung), sowie Praxis (praktische Erfahrung im Unternehmen). Beide Phasen wechseln sich zumeist im dreimonatigen Rhythmus ab. Vorteil eines dualen Studiums liegt sicherlich in der frühen Praxisorientierung während der Studienzeit.

Weitere Informationen zum Thema: Mit dem Bachelor Studium zum Steuerberater.

Master

Im Bereich der Masterstudiengänge bestehen grundsätzlich folgende Optionen: man wählt den allgemeinen Masterstudiengang in BWL oder VWL, sowie eine entsprechende Vertiefung im Bereich Steuern, Steuerlehre, Rechnungswesen und/oder Prüfungswesen. Beispielhaft bietet die Uni Trier die oben genannten Schwerpunkte im Masterstudiengang an.

Der Master dauert in der Regel 1-2 Jahre. Vorteil dieser Studiengänge ist sicherlich die Spezialisierung auf den Bereich Steuern. Vor allem wenn man vorher lediglich einen allgemeinen Bachelor in BWL oder VWL absolviert hat, oder aber seine fachlichen Kenntnisse weiter vertiefen möchte. Zudem bietet das Masterstudium einen zusätzlichen akademischen Grad und verkürzt die für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung notwendige praktische Erfahrung.

Im Bereich spezialisierter Studiengänge ist an dieser Stelle der Master of Taxation zu nennen. Die Regelstudienzeit variiert je nach Master und kann zwischen 2 und 7 Semestern betragen. Je nach Angebot sind die Inhalte der Prüfung zum Steuerberater in die Studieninhalte integriert, während andere (zumeist Master mit einer kürzeren Studienzeit) explizit und intensiv das Fachwissen für den späteren Beruf des Steuerberaters näher bringen.

Master of Taxation werden von der Fachhochschule Köln und Mainz, sowie der Hochschule Aalen angeboten. Die Hochschule München bietet ebenfalls einen Master of Taxation an. Zielgruppe sind insbesondere Hochschulabsolventen und Studierende, die bereits einen ersten Abschluss, z.B. einen Bachelor abgeschlossen haben und/oder bereits berufstätig sind. Das Studium der Hochschulen ist berufsbegleitend ausgerichtet. Neben einem international anerkannten Master (Master of Taxation) erfolgt eine intensive Vorbereitung auf das Steuerberaterexamen, so z.B. durch ein intensives Klausurentraining. Im Ergebnis kann bei Abschluss dieses Masters die Steuerberaterprüfung ohne weitere Vorbereitungskurse abgelegt werden.

Da das Studium berufsbegleitend konzipiert ist, sollte trotz dessen eine Freistellung von der beruflichen Tätigkeit im Umfang von mindestens 20% erfolgen. Einige dieser Master verlangen zudem bereits vorhandene Berufserfahrung.

Zulassungsvoraussetzungen

Das Absolvieren eines Studiums bildet die Vorstufe für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung. Eine weitere Voraussetzung ist eine mehrjährige berufliche Erfahrung auf dem Gebiet der von den Bundes- und Finanzbehörden verwalteten Steuern, so die Anforderungen der Bundessteuerberaterkammer. Die Dauer der praktischen Tätigkeit ist abhängig von der jeweiligen Regelstudienzeit. Beträgt diese, bei Abschluss eines wissenschaftlichen oder rechtswissenschaftlichen Studiums, mindestens vier Jahre, so bedarf es zwei Jahre praktischer Erfahrung, bei weniger als drei Studienjahren dagegen ein Jahr länger. Die praktische Tätigkeit muss dabei in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden erfolgen.

Wurde im Rahmen des Hochschulstudiums bereits ein erster Abschluss erworben, z.B. durch Abschluss eines Bachelor und gegebenenfalls eines Master, so werden die entsprechenden Studienzeiten zusammengerechnet. Die während eines Bachelorstudiums bereits erworbene praktische Erfahrung wird ebenfalls angerechnet. Hat man nach einem Bachelor bereits mit der praktischen Tätigkeit begonnen und hängt noch einen Master nebenbei dran, kann die Dauer der praktischen Tätigkeit dadurch verkürzt werden.

Fazit

Zusammenfassend kann somit folgendes festgehalten werden: der Zugang zur Steuerberaterprüfung über den akademischen Weg kann durch ein allgemeines wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium erfolgen.

Sowohl beim Bachelor als auch beim Masterstudiengang kann eine Vertiefung im Bereich Steuern gewählt werden. Daneben gibt es zahlreiche spezialisierte Studienangebote, die den Zugang zur Steuerberaterprüfung, durch eine explizite Vorbereitung, erleichtern. Je nachdem ob man Studienanfänger oder bereits im Beruf ist und die Steuerberaterberaterprüfung anstrebt, sollten alle Studienangebote aus inhaltlicher und zeitlicher Hinsicht gut abgewogen werden. Neben einem Studium bedarf es weiterhin einer gewissen beruflichen Erfahrung, deren Dauer gegebenenfalls je nach vorherigen Studium variieren kann.

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