Das Bachelor Studium zum Steuerberater

  1. Allgemeine Infos
  2. Mit einem Bachelorstudium zum Steuerberater
  3. Allgemeine vs. spezialisierte Studiengänge
  4. Fazit

Gemäß den Vorgaben des Steuerberatungsgesetzes bedarf es für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung eines wirtschaftswissenschaftlichen oder rechtswissenschaftlichen Hochschulstudiums oder eines anderen Hochschulstudiums mit einer wirtschaftswissenschaftlichen Fachrichtung. Wer den Weg zur Steuerberaterprüfung über ein Hochschulstudium bestreitet, für den kommen als Studiengänge die Fächer BWL, VWL oder Jura in Frage. Möglich ist aber auch ein Studium im Fach Wirtschaftsrecht oder die Fachrichtung Wirtschaftsingenieur.

Seit Einführung der Bachelor- und Masterabschlüsse werden die eben genannten Fächer auch als Bachelor bzw. Masterstudiengänge angeboten. Die nachfolgenden Ausführungen beschäftigen sich mit dem Bachelorstudium im Bereich Steuern und bieten einige kurze Infos für jene, die die Zulassung zur Steuerberaterprüfung über ein Bachelorstudium anstreben.

Allgemeine Infos

Ein Bachelorstudium dauert in der Regel 6 Semester. Mit dessen Abschluss erwirbt man einen ersten akademischen Grad und kann damit sofort ins Berufsleben einsteigen. Als Bachelorabsolvent im Bereich Steuern trägt man nach Abschluss des Studiums üblicherweise den Titel Bachelor of Arts oder Bachelor of Science.

Im Anschluss daran hat man grundsätzlich die Möglichkeit, ein weiteres Master Studium dranzuhängen, welches zumeist 1-1,5 Jahre dauert. Der Vorteil eines Bachelorstudiums liegt sicherlich in der Tatsache, dass man nach dessen Abschluss relativ frühzeitig erste praktische Erfahrungen sammelt. Wer eine höhere akademische Qualifikation anstrebt, kann diese entweder berufsbegleitend nachholen, oder aber direkt nach dem Bachelorstudium einen Master machen.

Im Bereich Steuern unterscheidet man zwischen allgemeinen Bachelorstudiengängen, die lediglich eine Vertiefung im Bereich Steuern anbieten, und den speziellen Bachelorstudiengängen, die explizit für die Bereiche Steuern/Wirtschaftsprüfung/Rechnungswesen etc. angeboten werden. Für welchen der Studiengänge man sich entscheidet, hängt sicherlich von den künftigen Karriereplänen, sowie den persönlichen Präferenzen hinsichtlich der Ausgestaltung des Studienverlaufs ab.

Mit einem Bachelorstudium zum Steuerberater

Die Zulassung zur Steuerberaterprüfung verlangt ein Hochschulstudium mit einer Regelstudienzeit von 4 Jahren. Im Anschluss daran bedarf es einer zweijährigen, einschlägigen Berufserfahrung, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Da ein Bachelorstudium in der Regel drei Jahre dauert, wäre bei dieser Variante ein Bachelorstudium mit einem anschließendem Master (zumeist 1-1,5 Jahre) ausreichend. Möglich ist auch eine Regelstudienzeit von weniger als vier Jahren, dies erfordert jedoch eine dreijährige praktische Erfahrung. Bei dieser Option wird man direkt nach dem Bachelorabschluss mit der praktischen Tätigkeit beginnen und nach drei Jahren ebenso die Prüfung absolvieren können.

Allgemeine vs. spezialisierte Studiengänge

Wer sich zu Beginn seines Studiums noch nicht sicher ist, ob er später im Bereich Steuern und/oder Wirtschaftsprüfung tätig werden will bzw. im weiteren Verlauf die Steuerberaterprüfung absolvieren möchte, kann sicherlich mit einem allgemeinen Bachelorstudium in den Fächern BWL, VWL oder Jura beginnen. In diesem Zusammenhang bietet es sich jedoch an, eine Vertiefung im Bereich Steuern/Steuerlehre/Prüfungswesen/Rechnungswesen zu wählen, sofern man sich im Verlauf des Studiums umentscheidet. Ebenso besteht die Möglichkeit während eines bereits begonnenen Studiums von einem allgemeinen Bachelorstudium zum speziellen Bachelorstudiengang zu wechseln, wobei dies gegebenenfalls einen Wechsel der Hochschule bedeuten würde. Hat man bisher noch keine einschlägige Vertiefung gewählt, so kann man dies ebenfalls im Verlauf des Studiums nachholen.

Alternativ dazu werden spezielle Bachelorstudiengänge in den Bereichen Steuern, Wirtschaftsprüfung, Prüfungswesen etc. angeboten. Dies kann insbesondere für diejenigen interessant sein, die bereits zu Beginn ihres Studiums eine Karriere im Bereich Steuern oder Wirtschaftsprüfung anstreben und/oder die Steuerberaterprüfung absolvieren möchten.

Sowohl die allgemeinen als auch die speziellen Bachelorstudiengänge werden als Vollzeitstudium, aber auch berufsbegleitend, als Fernstudium oder als duales Studium angeboten.

Die Fachhochschulen Erfurt, Düsseldorf, Worms und Aalen bieten Vollzeitstudiengänge in den Bereichen Steuerlehre, Wirtschaft, Business Administration und Internationale Betriebswirtschaft an. Die Uni Potsdam bietet das Fach BWL und eine entsprechende Vertiefung im Bereich Steuern an. Und schließlich gibt es an der ADG Business School, sowie der FOM Hochschule berufsbegleitende Studiengänge in den Fächern Steuerrecht und Taxation & Accounting. Dies sind im Ergebnis nur einige Beispiele. Es existiert eine umfangreiche Studien- und Hochschuldatenbank, die die einzelnen Studienmöglichkeiten zusammenstellt und ergänzende Infos liefert.

Fazit

Die Zulassung zur Steuerberaterprüfung kann im Ergebnis auch mit Hilfe eines Bachelorstudiums erwirkt werden. Allgemein wird man mit einem Bachelorabschluss drei Jahre Berufserfahrung
benötigen, um zur Steuerberaterprüfung zugelassen zu werden.

Unabhängig davon, ob man das Ablegen der Steuerberaterprüfung bereits zu Beginn des Studiums anstrebt, bestehen grundsätzlich zwei Optionen: man wählt einen allgemeinen Bachelorstudiengang, sowie entsprechende Vertiefungen im Bereich Steuern/Steuerlehre/Prüfungswesen. Alternativ dazu kann ein spezieller Bachelor im Bereich Steuern/Steuerlehre/Wirtschaftsprüfung belegt werden.

Wer die für die Zulassung erforderliche praktische Zeit etwas verkürzen will und gleichzeitig eine zusätzliche Qualifikation erwerben möchte, kann im Anschluss an das Bachelorstudium einen Master dranhängen.

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